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Montag, 2002-06-10

Die Karriere von Mike Tyson

Die sportliche Biografie von Mike Gerald Tyson

Der am 30. Juni 1965 in Brooklyn, New York, geborene Mike Gerald Tyson erlernte 1979 die ersten Grundschläge des Boxsports in einem Heim für Schwererziehbare, ehe er im Alter von 14 Jahren in die Boxschule seines 1985 verstorbenen Boxlehrers Cus DAmato in Catskill nördlich von New York aufgenommen wurde. DAmato war für Tyson mehr, als nur ein Trainer. Er war für ihn wie ein Vater, sein Manager und Promoter. Aufgrund der boxerischen Qualitäten seines Schützlings prophezeite er Tyson, dass dieser einmal Weltmeister im Schwergewicht werden würde.
In seiner Amateurkarriere gewann Tyson, der seine ersten Kämpfe bei illegalen Kneipenwettbewerben bestritt, 29 Kämpfe und erlitt fünf Niederlagen. Gegen Henry Tillman, den späteren Olympiasieger, verlor er knapp bei den Ausscheidungen zu den Olympischen Spielen 1984.
1985, im Alter von 19 Jahren, wechselte Mike Tyson ins Profilager. Seinem ersten Kampf am 6. März 1985 gegen Hector Mercedes ließ er innerhalb dieses Jahres 14 weitere Siege folgen, wobei der längste Fight nur vier Runden dauerte. Normalerweise beendete Tyson die Kämpfe immer schon in der ersten oder zweiten Runde durch K.o. Fortan wurde er mit dem Kampfnamen "Iron Mike" bei den Boxevents angekündigt.
Bis zu seinem ersten WM-Kampf gegen den Weltmeister Trevor Berbick am 22. November 1986 musste Tyson bei 27 Kämpfen nur zweimal über die Runden gehen. Nach einer harten Schlagkombination ging der amtierende Champion bereits in der 2. Runde zu Boden. Der 20-jährige hatte es geschafft: Er war der jüngste Schwergewichtsweltmeister aller Zeiten. Im März 1987 holte sich Tyson von James Smith mit einem Punktsieg auch die WBA-Krone. Im August 1987 folgte mit seinem weiteren Punktsieg über Tony Tucker der Titel der IBF. Der Ausnahmeathlet war damit unumstrittener Weltmeister im Schwergewicht und hatte spätestens jetzt die Vorhersage seines früheren Trainers erfüllt.

Nachdem er seine Titel sechsmal verteidigt hatte, kam die erste Niederlage in seiner Profikarriere. In Tokio war es der damals ziemlich unbekannte James Buster Douglas, der seinen Landsmann in der zehnten Runde durch K.o. besiegte. Auf dem Weg zurück in die Weltspitze stoppte Tyson vor dem Kampf gegen Evander Holyfield, der sich die WM-Gürtel von Douglas geholt hatte, eine Verletzung.
Einen weiteren Anlauf auf einen Titel sollte Tyson erst fünf Jahre später unternehmen. Denn aufgrund der Verurteilung wegen sexuellen Missbrauchs einer Teilnehmerin der Wahlen zur "Miss Black America" verbüßte der Amerikaner eine Haftstrafe von vier Jahren. Im März 1996 holte er sich gegen den chancenlosen Titelverteidiger Frank Bruno durch technischen K.o. in der dritten Runde den WBC-Gürtel zurück.
Im September des selben Jahres errang Tyson im Kampf gegen Bruce Seldon die WBA-Krone. Direkt im Anschluß an den Fight, der in Runde eins beendet war, wurde ihm vom Weltverband WBC der Gürtel aberkannt, da er sich weigerte, gegen den offiziellen Herausforderer Lennox Lewis anzutreten. Dieser holte sich kurz darauf den vakant gewordenen WBC-Titel im Februar 1997 gegen Oliver McCall.

Im November 1996 stand der erste Kampf gegen Evander Holyfield um Tysons WBA-Krone an. Holyfield dominierte den Favoriten klar. Der Titelverteidiger fand kein Mittel gegen den niemals zurückweichenden Kontrahenten. In der elften Runde endete der Kampf für Tyson mit einer technischen K.o.-Niederlage, Holyfield war Weltmeister.
Im Rückkampf im Juni 1997, bei dem es für Tyson um Alles oder Nichts gehen sollte, fand er kurz vor seinem 31. Geburtstag wieder keine Mittel gegen Holyfield. In der zweiten Runde reklamierte er einen absichtlichen Kopfstoß seines Gegners, in Folge dessen er sich einen Cut am linken Auge zugezogen hatte. Ein frustrierter Tyson biss seinem Gegner in der zweiten Runde ins Ohr, worauf der Kampf unterbrochen, aber dennoch weitergeführt wurde – bis zur dritten Runde, als "Iron Mike" Holyfield ein Stück seines Ohres herausbiss. Er wurde disqualifiziert und für ein Jahr gesperrt.

Tyson beantragte im August 1998 erneut die Boxlizenz, um in Las Vegas wieder boxen zu dürfen. Nach mehreren Anhörungen und der Erstellung eines psychologischen Gutachtens, in dem der Boxer als moderat depressiv mit Problemen bei zwischenmenschlichen Beziehungen bezeichnet wurde, erhielt er die Lizenz, um in der Spielerstadt wieder antreten zu dürfen.
Nach einem Sieg gegen Francois Botha, dem er im Kampf den Arm brechen wollte und den er durch K.o. in der fünften Runde im Januar 1999 schlug, scheiterte ein weiteres Comeback vorerst aufgrund einer erneuten Verurteilung zu vier Jahren Haft wegen Körperverletzung. Tyson hatte nach einem Autocrash seinen Unfallgegner verprügelt und damit gegen die Auflagen zur früheren Haftentlassung verstoßen. Nachdem die Strafe auf 60 Tage reduziert worden war, trat Tyson im Oktober 1999 gegen Orlin Norris in den Ring.
Nach dem Schlußgong der ersten Runde knockte er seinen Gegner aus, dieser konnte den Kampf nicht fortsetzen. Daraufhin wurde der Fight nicht gewertet. Tysons darauffolgenden Kämpfe im Jahr 2000 fanden erstmals in Europa statt. Zuerst knockte er Julius Francis in Manchester in der zweiten Runde aus.
Danach war es Lou Savarese, der Tysons unglaublich harten Schlägen in Glasgow schon nach 38 Sekunden der ersten Runde mit einem technischen K.o. Tribut zollen musste. Beim Abbruch des Kampfes erwischte Tyson noch den Ringrichter und rastete aus. Daraufhin wurde gegen ihn vom britischen Boxverband eine Geldstrafe von 187.500 US-Dollar verhängt.
Seinen ersten Kampf wieder zurück in den USA (in Detroit im Oktober 2000), hätte er in Runde drei durch technischen K.o. gegen Andrew Golota gewonnen, wenn er nicht bei den Dopingkontrollen des Missbrauchs von Marihuana überführt worden wäre. Die Boxkommission von Michigan beschloss, den Fight nicht zu werten. Tyson wurde drei Monate gesperrt und musste eine Geldstrafe von 200.000 US-Dollar begleichen.
Im Oktober des vergangenen Jahres spürte Lokalmatador Brian Nielsen in Kopenhagen die eiserne Härte der Schläge von Tyson, als der Ringrichter den Kampf in der siebten Runde beendete.
Für Mike Tyson ist das Duell gegen Lewis sein 16. WM-Kampf, zwölf davon gewann er. In seiner gesamten Karriere erreichte er 49 Siege, davon 43 durch K.o., und er erlitt drei Niederlagen. Zwei Kämpfe wurden nicht gewertet.