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Freitag, 2006-11-03

Dettweiler vs. Sprott

Samstag erster Titelkampf für 23-jährigen Schwergewichtler

Eine "Riesenchance" - Dettweiler optimistisch



René Dettweiler
Unverhofft kommt oft. Als René Dettweiler vergangene Woche dem normalen Trainingsbetrieb in Frankfurt/Oder nachging und beim Sparring schuftete, konnte er noch nicht ahnen, dass am 4. November die größte Herausforderung seiner jungen Karriere auf ihn warten würde. Doch Marco Hucks verletzungsbedingte Kampfabsage hat es möglich gemacht: Mit gerade einmal 23 Jahren bekommt Dettweiler am Samstag Abend in Mülheim die Chance, dem Briten Michael Sprott den EU-Gürtel im Schwergewicht zu entreißen. "Das ist natürlich etwas ganz Besonderes", freut sich der Youngster über eine "Riesenchance", sein Können vor Millionenpublikum unter Beweis stellen zu dürfen. "Man merkt, es geht voran - das kann ein weiterer Schritt auf dem Weg nach oben sein."
Auf den gebürtigen Lübzer, der erstmals als Hauptkämpfer zur besten Sendezeit antritt, wartet mit Sprott allerdings ein ganz schwerer Brocken. "Das ist sein sehr unbequemer, abgeklärter Gegner", warnt Trainer Manfred Wolke. "In dem steckt ganz schön was drin. Der hat schon viele geschlagen, die Rang und Namen haben." Diese schmerzliche Erfahrung mussten unter anderem auch Timo Hoffmann und Cengiz Koc machen. 2001 besiegte Sprott Hoffmann in Magdeburg, bevor er sich im April 2005 gegen Koc den vakanten EU-Gürtel sicherte. Ein halbes Jahr später zog er dann gegen Paolo Vidoz im Kampf um die Europameisterschaft den Kürzeren. Dank seiner enormen Erfahrung von 38 Kämpfen (zehn Niederlagen) dürfte er aber dieses Mal leicht favorisiert in den Ring steigen.
"Erfahrung kann man nicht wettmachen", gibt auch Wolke zu. "René ist ein ganz junger Schwergewichtler und von der Entwicklung her Außenseiter. Das heißt aber nicht, dass er chancenlos ist. Potential ist genügend da, und er hat auch als Mensch die Qualität. Nur muss er langsam herangeführt werden, doch da nutzt es überhaupt nichts, zu reden - er muss es einfach erleben."
Ähnlich sieht es auch der noch unbesiegte Youngster (18-0, 9 KOs). Dass Sprott 20 Kämpfe mehr bestritten hat, stellt für Dettweiler noch lange keinen Grund zur Sorge dar.
"Seine Erfahrung kann ich noch nicht aufweisen, obwohl ich mit 23 auch schon viele Kämpfe gemacht habe. Darum werde ich versuche, es mit Technik und Taktik wieder auszugleichen." Den 31-Jährigen auf Distanz zu halten und nicht an den Mann zu lassen, lautet die Vorgabe von Wolke.

Manfred Wolke mit seinem Schützling René Dettweiler im Training

Leistungsmäßig sieht der Trainer seinen Schützling ohnehin für den großen Wurf bereit. Vielmehr sei es eine Frage, ob Dettweiler der hohen nervlichen Belastung standhalten kann, die sein erster Live-Auftritt vor Millionenpublikum mit sich bringt. "Die Nervosität ist schon da", macht Dettweiler keinen Hehl aus einer gewissen Grundaufregung. "Aber ich probiere, sie unten zu halten. Sie darf mich nicht aufhalten."
Neben Millionen Zuschauern vor den TV-Geräten werden Freundin Jenny-Marlen sowie seine Eltern in Mülheim die Daumen drücken. Denn genau wie Manfred Wolke wissen sie: "Für Rene ist das eine ganz große Chance."