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Dettweiler vs. Gerber

Dettweiler kämpft in Neubrandenburg (Fotos: Photo Wende und SE)
Gipfeltreffen der Schwergewichtler aus Mecklenburg-Vorpommern
Nächstes Highlight bei der Boxgala am 30. Januar in Neubrandenburg. Denn neben der IBF-Weltmeisterschaft im Mittelgewicht mit Sebastian Sylvester wird es noch weitere, interessante Kampfpaarungen geben. Dazu gehört natürlich auch der Schwergewichts-Kracher zwischen René Dettweiler und Edmund Gerber. Dabei geht es nicht nur um wichtige Punkte für die Weltranglisten, sondern auch um die Vorherrschaft in Mecklenburg-Vorpommern in der Königsklasse.
"Ich nehme Edmund Gerber durchaus ernst. Wir haben früher häufiger miteinander trainiert und kennen uns daher", sagt Dettweiler, der in 27 Profikämpfen 25 Siege erreichte. Der in Lübz geborene Rechtsausleger weiß, was er will. "Ich muss meine Linie durchziehen, dann gewinne ich." Das gelang zuletzt hervorragend. Denn am 17. Oktober setzte sich der Deutsche in der o2 World in Berlin gegen den Nigerianer Gbenga Oloukun, der knapp zwei Monate zuvor den früheren WBO-Weltmeister Lamon Brewster besiegt hatte, klar nach Punkten durch.
"Gegen Oloukun habe ich gut über die Außenbahn geboxt. Ich habe Nervenstärke bewiesen und gezeigt, dass sich die Arbeit mit meinem Trainer Otto Ramin bezahlt macht. Ich bin im Ring sicherer geworden", so der 26-Jährige. Der Lohn ließ nicht lange auf sich warten. Denn der Schwergewichtler rückte nach dem Erfolg auf Platz sieben der WBO- und Position 15 der WBA-Weltrangliste vor. Somit käme er als Herausforderer für den WBO-Weltmeister Wladimir Klitschko, der auch den IBF-Gürtel innehat, oder WBA-Champion David Haye in Frage.
"Im Schwergewicht ist vieles möglich. Im März 2006 war ich schon mal Sparringspartner von Wladimir Klitschko. Da haben wir mehrmals zusammen im Ring gestanden. Er siegte danach in Mannheim gegen Chris Byrd und eroberte die IBF-Weltmeisterschaft. Insofern halte ich es auch nicht für ausgeschlossen, dass wir uns aufgrund meiner Weltranglistenposition im Ring begegnen werden", sagt Dettweiler. Doch bevor er weitere Gedanken an Klitschko verschwende, müsse er erst einmal den nächsten Gegner im Jahnsportforum aus dem Weg räumen.
Edmund Gerber geht allerdings ebenfalls äußerst motiviert in den Fight. Zuletzt setzte sich der 21-Jährige am 7. November in Nürnberg gegen den Favoritenschreck Shawn McLean (USA) mit einem technischen K.o.-Sieg in der ersten Runde durch. Es war der neunte Erfolg im neunten Profikampf für den Röwer-Schützling, der mit 15 Jahren nach Deutschland kam und dann in Schwerin aufwuchs. "René Dettweiler hat viel mehr Kämpfe als ich. Dennoch rechne ich mir Chancen aus, zu gewinnen - vielleicht sogar durch K.o.", sagt Gerber selbstbewusst.
Den Weg zum Boxen fand der junge Schwergewichtler übrigens durch seinen Vater. "Ich war erst sieben Jahre alt", erinnert er sich. "Mein Vater boxte. Deshalb war der Sport interessant für mich und ich wollte auch in den Ring." Als Amateur bestritt Gerber später 72 Kämpfe, von denen er 62 gewann. Dabei heimste er auch den einen oder anderen Titel ein. Sein Debüt als Profi gab er dann am 11. Oktober 2007. Bis heute blieb er als Berufsboxer ungeschlagen. Sollte er auch gegen Dettweiler siegen, könnte er schon bald erste Titelkämpfe ins Auge fassen.
Doch daran verschwendet er noch keinen Gedanken. "Ich denke nur an den nächsten Kampf. Über die anderen Dinge müssen sich Management und Trainer den Kopf zerbrechen", sagt Edmund Gerber. Obwohl er mit 1,90 Meter relativ klein für einen Schwergewichtler ist, hat er dennoch große Ziele: "Man muss sich nur Mike Tyson ansehen. Der war auch nicht groß, dafür aber sehr erfolgreich. Wenn ich Dettweiler schlage, kann ich schon in die Top-15 der Schwergewichts-Weltrangliste einziehen. Das wäre ein riesiger Schritt", so Gerber.











