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Sonntag, 2002-09-15

De La Hoya gegen Vargas

Offene Feindschaft vor dem Kampf um die Weltmeisterschaft im Halb-Mittelgewicht der Verbände WBC und WBA

Eine doppelte Plexiglaswand trennte die beiden amerikanischen Erzrivalen Oscar De La Hoya und Fernando Vargas bei der Pressekonferenz vor ihrem Kampf am Samstag. Die beiden Boxer aus Los Angeles werfen dabei im Mandalay Bay Hotel in Las Vegas jeweils ihren WM-Gürtel des WBC und der WBA in die Waagschale. Das Duell gilt unter Boxexperten und in der amerikanischen Öffentlichkeit als weiterer Megakampf im großen Boxsportjahr 2002.
Beim ersten Aufeinandertreffen der beiden Kontrahenten zur Bekanntgabe des Kampfes im Januar war es zwischen ihnen zu Handgreiflichkeiten und dem Austausch von "Nettigkeiten" gekommen. Doch dieses Mal blieben die Athleten betont ruhig, obwohl der Kampf unter dem dramatischen Motto "Bad Blood" (Böses Blut) stattfindet.
Die beiden Boxer wollten über ihre offenkundige gegenseitige tiefe Abneigung kein Wort verlieren. "Ich hasse niemanden. Das liegt nicht in meiner Natur", sagte der smarte De La Hoya, der seit dem er Olympisches Gold 1992 in Barcelona holte, den Spitznamen "Golden Boy" trägt.
De La Hoya: "Ich hasse Vargas, ich hasse ihn wirklich"
Noch vor wenigen Tagen klangen die Worte aus dem Mund des 29-Jährigen noch ganz anders: "Ich hegte noch nie irgendwelche Animositäten gegenüber einem meiner früheren Gegner, aber diesen Typen mag ich wirklich nicht. Ich werde Spaß daran haben, diesen Typen, den ich hasse, zu schlagen und ich werde sogar dafür bezahlt. Ich hasse Vargas, ich hasse ihn wirklich. Ich hatte süße Träume, Vargas auf dem Ringboden zu sehen, einfach wie er dort liegt und ihm seine kurzen Haare abstehen."
Auch aus Vargas war nicht herauszubekommen, worauf denn die Antipathie tatsächlich fuße: "Wir werden darüber nach dem Kampf sprechen", sagte Vargas und fügte hinzu: "Er kämpft erstmals in seiner Karriere gegen jemanden, der größer ist als er. Sie werden in mir einen physisch, mental und spirituell fertigen Boxer sehen."
Vargas: "Lieber im Ring sterben, als zu verlieren"
Auch die Worte des 24-Jährigen klangen vor wenigen Tagen weit weniger diplomatisch: "Ich würde lieber im Ring sterben, als gegen ihn zu verlieren. Es geht nicht darum, eine gute Figur abzugeben, für mich heißt es entweder zu siegen oder beim Versuch zu sterben."
Angeblich soll De La Hoya vor Jahren dem jungen Fernando Vargas nicht geholfen haben, als dieser bei einem Trainingslauf in Big Bear in den Bergen des US-Bundesstaates Kalifornien im Winter vom Weg rutschte und tief im Schnee steckenblieb. Vargas soll dem vorbei laufenden De La Hoya die Hand entgegen gestreckt haben, dieser habe ihn daraufhin so brüskiert, dass die Auswirkungen auch heute noch, etwa sechs Jahre nach dem Vorfall, präsent sind.
Vargas war noch Amateur und bereitete sich auf die Olympischen Sommerspiele in Atlanta vor. De La Hoya war damals noch für den Amateurboxer das große Vorbild, das alles erreicht hatte. Inwiefern nun tatsächlich die persönlichen Abneigungen der beiden Athleten eine Rolle in dem Kampf spielen werden, wird sich Samstagnacht beim Showdown in Las Vegas zeigen.
14 Millionen für den "Golden Boy"
Für De La Hoya, der in fünf verschiedenen Gewichtsklassen Weltmeister wurde und etwa 14 Millionen US-Dollar verdienen soll, ist es der 24. WM-Kampf. Insgesamt gewann der "Golden Boy" als Profi 34 Duelle im Ring, davon 27 vorzeitig. Er verlor nur zwei Kämpfe und zwar gegen seinen Landsmann Shane Mosley und Felix Trinidad aus Puerto Rico, der kürzlich seinen Rücktritt bekannt gegeben hat und zusammen mit Promoter Don King am Samstag am Ring sitzen wird.
Auch der stark punchende 24-jährige Vargas boxte erfolglos gegen Trinidad, der ihn zudem fünf Mal in deren Kampf am Boden hatte und ihm die einzige Niederlage in seiner Karriere beibrachte. 22-mal verließ er den Ring als Sieger, 20-mal davon vorzeitig. Sechs Millionen soll der 24-Jährige mit dem Fight gegen seinen Erzrivalen verdienen.
Ursprünglich sollte der Kampf am 4. Mai stattfinden, doch aufgrund einer Handverletzung von De La Hoya musste das Duell verschoben werden. Das Boxevent wird in den USA mittels Pay-per-View Verfahren übertragen und kostet die Zuschauer satte 49.95 US-Dollar. In Deutschland überträgt Premiere den Kampf live am 15. September ab 04.00 Uhr.