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Donnerstag, 2008-10-23

Danilo Häußler im Interview

Wolke-Schützling fordert am Samstag Weltmeister Mikkel Kessler heraus


Danilo Häußler tritt in Oldenburg gegen den Dänen Mikkel Kessler an
Danilo Häußler, Sie sind in Oldenburg angekommen, haben das erste Training absolviert. Wie fühlen Sie sich?
Danilo Häußler: Danke, sehr gut. Ich bin in einer super Verfassung und werde in dieser Woche mit meinem Trainer Manfred Wolke daran arbeiten, die Form hochzuhalten. Und ich kann es kaum erwarten, dass es am Samstag endlich losgeht.
Aber Ihr Gegner, der "Viking Warrior" Mikkel Kessler, strahlt eine unglaubliche Siegessicherheit aus…
Danilo Häußler: Ja, das kann er ruhig. Er ist der Weltmeister, er ist der Favorit. Aber er ist nicht unschlagbar.
Die Dänen waren in Ihrer Profikarriere – etwas pathetisch ausgedrückt – Ihr Schicksal.
Danilo Häußler: Das kann man so sagen. Gegen Mads Larsen habe ich im Kampf um die Europameisterschaft 2003 meine erste Niederlage als Profi kassiert. Gegen seinen Landsmann Rudy Markussen ein Jahr später die zweite. Das war ein harter Kampf, bei dem ich kurz vor Schluss eine Sekunde nicht aufgepasst habe. Nun kommt mit Mikkel Kessler also der dritte Däne – im Volksmund heißt es ja: Aller guten Dinge sind drei.

Mads Larsen siegte im Jahr 2003 gegen Danilo Häußler (Fotos: Photo Wende)
Stört es Sie, dass Sie als krasser Außenseiter in den WM-Kampf gehen? Eine große deutsche Boulevardzeitung titelte sogar: Herr Häußler, sind Sie lebensmüde?
Danilo Häußler: Das stört mich gar nicht. Natürlich ist Mikkel Kessler neben Joe Calzaghe über Jahre das Maß aller Dinge im Super-Mittelgewicht gewesen. Aber gerade der Kampf gegen Calzaghe hat ja gezeigt, dass er nicht unverwundbar ist. Ich bin seit über elf Jahren Profi, habe eine Menge Erfahrungen gesammelt. Und ich habe noch nie durch K.o. verloren. Das soll sich auch gegen Kessler nicht ändern.
Ihrem ehemaligen Teamkollegen Markus Beyer ist das nicht gelungen. Der ging 2006 in Kopenhagen gegen Kessler schon in der dritten Runde auf die Bretter. Haben Sie noch Kontakt zu ihm?
Danilo Häußler: Ja, wir telefonieren öfter mal. Aber Tipps zum Kessler-Kampf hat mir Markus nicht gegeben. Ich habe das Duell damals in Kopenhagen live in der Arena gesehen. Ich kenne Mikkels Stärken und weiß, wie man nicht gegen ihn boxen darf. Mein Trainer und ich haben eine entsprechende Taktik erarbeitet. Wie die aussieht, verrate ich natürlich noch nicht.

Der "Viking Warrior" Mikkel Kessler (Foto: www.joemortensen.com)
Sie haben Ihre lange Profikarriere angesprochen. Obwohl Sie schon 2001 Europameister waren, kämpfen Sie erst jetzt, im reifen Alter von 33 Jahren, erstmals um die Weltmeisterschaft. Warum?
Danilo Häußler: Ich habe jahrelang auf den WM-Gürtel hingearbeitet. Das ist die Herausforderung, auf die ich immer gewartet habe. Ich stand ja schon oft dicht davor, um die WM zu kämpfen. Vor vier, fünf Jahren kam ich nicht zum Zug, weil es mit Sven Ottke und Markus Beyer schon zwei Titelträger im Sauerland-Team gab. Später war ich dann öfter für einen WM-Kampf im Gespräch, doch keiner der amtierenden Champions trat gegen mich an. Doch das ist jetzt alles Vergangenheit.
Haben Sie sich gedanklich auch schon mit dem Karriereende beschäftigt?
Danilo Häußler: Das sollte man in meinem Alter schon tun. Ich habe vor einigen Wochen eine Ausbildung bei einem großen deutschen Versicherungskonzern begonnen. Meine berufliche Zukunft ist also mit oder ohne Boxen gesichert, das gibt mir viel Kraft und Ruhe. Außerdem geht es meiner Familie, die sehr wichtig für mich ist, gut. Es stimmt momentan alles in meinem Leben, kein Grund, sich Sorgen zu machen. Da kommt die Chance, um die Weltmeisterschaft zu boxen, genau zum richtigen Zeitpunkt.
Danilo, vielen Dank für das Gespräch und alles Gute für den Kampf am Samstag!