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Culcay: "Jetzt bin ich der Gejagte"

WBA-Intercontinental Champion Jack Culcay (Foto:Winfried Mausolf)
"Golden" Jack vor seiner ersten Titelverteidigung gegen Mark Thompson
Wenn es am 29. September um große Titel geht, werden nicht nur die beiden Sauerland-Schwergewichtler Alexander Povetkin (WBA-WM gegen Hasim Rahman) und Kubrat Pulev (EM gegen Alexander Ustinov) zu ihren Titelkämpfen in den Ring steigen. Auch Jack Culcay (12-0, 8 K.o.´s) ist in der Sporthalle Hamburg (ab 22.15 Uhr live in der ARD) mit von der Partie. Nur wenige Wochen nach dem Gewinn der WBA-Intercontinental Meisterschaft setzt der Wahl-Hamburger seinen Gürtel gegen Mark Thompson (24-1, 14 K.o.´s) aufs Spiel. Im Interview spricht der 26-jährige Titelverteidiger über den anstehenden Kampf...
Herr Culcay, zuletzt standen Sie am 25. August in Berlin im Ring. Mit einem technischen K.o.-Sieg in der dritten Runde sicherten Sie sich den WBA-Intercontinental Titel im Halb-Mittelgewicht. Welche Erfahrungen konnten Sie in dem Kampf sammeln?
Jack Culcay: Der Kampf und vor allem die Art und Weise, wie er endete, hat mir noch einmal deutlich gemacht, dass im Boxsport alles möglich ist. Die Cutverletzung von Frederic Serre hat gezeigt, wie schnell alles vorbei sein kann. Theoretisch hätte ja auch ich derjenige sein können, der sich einen Cut zuzieht und sich daraufhin geschlagen geben muss.
Sie waren 2009 Weltmeister bei den Amateuren. In Berlin gewannen Sie Ihren ersten Profititel. Was war das für ein Gefühl?
Jack Culcay: Das Gefühl, als Sieger verkündet zu werden und die Emotionen, die dann in einem hochsteigen, sind unbeschreiblich.
Ändert der Titelgewinn irgendetwas an Ihrer Einstellung zum Training mit Blick auf den nächsten Kampf?
Jack Culcay: Die einzige Sache, die sich ändert, ist der Druck. Der wird größer. Vorher war ich der Jäger. Jetzt bin ich der Gejagte. Meine Gegner werden ab sofort alles versuchen, um mir den Gürtel abzujagen. Ich werde aber alles tun, um diesen zu behalten.
Seit dem Sieg sind nur wenige Wochen vergangen. Hat sich das auf Ihr Training ausgewirkt?
Jack Culcay: Der Kampf hat ja nur drei Runden gedauert. Da ich auf zwölf Runden eingestellt war, hat mich das nicht so sehr beansprucht. Wenn es über die volle Distanz gegangen wäre, hätte ich sicherlich noch nicht so schnell wieder boxen können.
Kann man sich in einer so kurzen Zeit im Training speziell auf den nächsten Gegner einstellen?
Jack Culcay: Ja, auf jeden Fall. Ich hatte während meiner Vorbereitung drei verschiedene Sparringspartner, die alle unterschiedlich waren. Das kenne ich auch noch aus meiner Amateurzeit. Da musste ich mich bei Turnieren auch immer auf die unterschiedlichsten Gegner einstellen - und das in noch kürzeren Abständen. Insofern sollte das kein Problem sein.
Ihr Gegner ist Mark Thompson. Wie schätzen Sie ihn ein?
Jack Culcay: Als erstes fällt natürlich seine Größe auf. Er ist mit 1,80 Meter gleich acht Zentimeter größer als ich. Ich glaube allerdings, dass mir das liegt. Meine bisherigen Kontrahenten im Profilager waren meistens auch größer als ich. Doch diesen vermeintlichen Nachteil konnte ich bislang immer durch meine Schnelligkeit wettmachen.
Der Kampf wird in Ihrer Wahl-Heimat Hamburg stattfinden. Fühlen Sie sich hier wohl? Wo leben Sie?
Jack Culcay: Ich wohne in der Stadtmitte. Hamburg ist einfach toll. Ich lebe hier seit drei Jahren. Die Menschen sind unglaublich nett.
Freuen Sie sich auf Ihr "Heimspiel"?
Jack Culcay: Es wird sicher eine tolle Atmosphäre herrschen. Die Hamburger sind generell sehr sportbegeistert und werden mich unterstützen. Ich werde natürlich alles tun, damit es ein guter Kampf wird.
Wie geht der Kampf aus?
Jack Culcay: Auf diese Frage antworte ich wie immer: Vorhersagen lassen sich im Sport und speziell beim Boxen nicht machen, schon gar nicht wie ein Sieg zustande kommt. Ich bin auf zwölf Runden vorbereitet. Wenn ich es schneller schaffe, ist das schön. Aber ich werde den K.o. nicht mit aller Gewalt erzwingen wollen, denn dann verkrampft man. Die Hauptsache ist, dass ich gewinne und den Titel behalte.
Eintrittskarten für die Veranstaltung am 29. September in der Sporthalle Hamburg sind über die telefonische Ticket-Hotline 01805-570044 (€ 0,14/min., Mobilfunkpreise max. € 0,42/min.) und im Internet bei www.eventim.de erhältlich.
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