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Freitag, 2002-05-24

Coutdown: Tyson-Lewis

Suche nach einem Ringrichter und Wehmut in Las Vegas zur Austragung der IBF- und WBC-WM zwischen Mike Tyson und Lennox Lewis

In weniger als drei Wochen wissen die Boxsportfans, wer der beste Schwergewichtler, zumindest der Welt-Box-Verbände IBF und WBC, ist. Am 8. Juni steigt der Kampf, dem nicht nur die Boxbegeisterten auf der ganzen Welt entgegen fiebern. Mike Tyson, der als jüngster Schwergewichtsweltmeister aller Zeiten schon in den achtziger Jahren Boxgeschichte geschrieben hat, boxt gegen Lennox Lewis, der 1988 in Seoul Olympiasieger wurde, 1990 den Europameister-Titel holte und 1993 nach seinem Sieg gegen Tony Tucker zum ersten Mal den WM-Gürtel der WBC umschnallen konnte.
Angesichts eines so großen Ereignisses ist es nicht verwunderlich, dass selbst der Wahl des Ringrichters für diesen Kampf eine selten große Bedeutung zukommt - zumal Tyson durch seine unsportlichen bis zuweilen brutalen Aktionen wie beim berüchtigten Ohrbiss im Kampf gegen Evander Holyfield 1997 ein Boxer ist, für den das Wort Kampf eine ganz eigene Bedeutung zu haben scheint.
Jetzt hat der in den USA sehr bekannte und bis dato für den Kampf hoch gehandelte Ringrichter Bill Clancy bekannt gegeben, an dem Kampf lieber als Zuschauer teilnehmen zu wollen, da er aufgrund eines Artikels, der in der amerikanischen Tageszeitung New York Post erschienen war und in dem seine Fähigkeiten als Ringrichter für dieses Duell bezweifelt wurden, zu sehr das Augenmerk in dem Kampf auf seiner Person gerichtet sah. "Ich bin seit 17 Jahren als Ringrichter tätig, aber wenn viele Leute glauben, dass ich nicht die beste Wahl wäre, dann muss ich der Ruhe wegen und für den WBC-Weltverband das beste tun", sagte Clancy, der sich damit aus dem Kreis der Kandidaten für die Position des Ringrichters verabschiedete.
In Las Vegas scheint mittlerweile nach der Entscheidung Ende Januar, Mike Tyson die Boxlizenz für Nevada und damit Las Vegas nicht zu erteilen, Wehmut eingekehrt zu sein. Denn, dass der bedeutendste Boxevent seit einigen Jahren nicht in der Spielermetropole stattfinden wird, fuchst sogar den Vorsitzenden der Nevada State Athletic Kommission, Marc Ratner, dessen Gremium dem Schwergewichtler die Lizenz verweigert hatte. Daraufhin erwarb Tyson die Boxlizenz im US-Bundesstaat Tenessee, wodurch die Austragung des Kampfes in die Pyramid-Arena in Memphis gelegt werden konnte.
"Ich werde diese Nacht, so denke ich, mit gemischten Gefühlen sehen. Ich hoffe auf einen guten Kampf", so Ratner. Wenn die Anhörung von Tyson zur Erteilung der Lizenz etwas später und nicht direkt im Anschluss an die tumultartige Pressekonferenz zur Bekanntgabe des Kampfes am 22. Januar in New York gewesen wäre, so hätte es eventuell, laut Ratner, doch noch die Chance gegeben, dass der Event in Las Vegas stattgefunden hätte. Denn "es gibt keinen besseren Platz auf der Welt als Las Vegas, um einen Mega-Kampf auszutragen", sagte Ratner.
Am Abend des 8. Junis wissen die Boxfans und Boxkritiker, ob Jeff Clancy und Marc Ratner die richtigen Entscheidungen getroffen haben oder ob diese an der Austragung eines der größten Boxkämpfe aller Zeiten nicht ihren Anteil hatten. Aber vor allem wissen sie dann, wer der neue oder alte Herrscher der Schwergewichtsklasse ist.