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Sonntag, 2002-06-23

Countdown in Las Vegas

Letzte Pressekonferenz vor dem Kampf im Federgewicht zwischen Barrera und Morales

Keine Tumulte gab es bei der letzten Pressekonferenz vor dem Kampf im Federgewicht zwischen Erik Morales und Marco Antonio Barrera am kommenden Samstag in Las Vegas. Beide Athleten benahmen sich während des gemeinsamen Auftritts und respektierten sich gegenseitig.
Erst als die Kameras abgeschaltet waren und Erik Morales wenigen Pressevertretern noch einige Sätze mit auf den Weg gab, wurde die Dimension des Kampfes als eine Art Stellvertreterkrieg zweier mexikanischer Bevölkerungsgruppen wieder deutlich. Morales kommt aus dem ärmeren Norden des Landes und ist indianischer Abstammung, Barrera stammt aus der "reichen" Hauptstadt Mexiko-City und ist eher ein weißer Mexikaner. "Ohne Zweifel sind die Bewohner von Mexiko-City die meist gehassten im ganzen Land. Sie glauben, sie sind besser als alle anderen. Sie meinen sie wüssten alles und würden auch alles besser tun als alle anderen", erklärte Morales den Zwist.
Barrera blieb bei der Pressekonferenz seiner Linie treu und versuchte die aufkochenden Emotionen abzukühlen. "Die Bürger unseres Landes sind alle Mexikaner. Dies ist ein großer Kampf für ganz Mexiko. Er bedeutet sehr viel für die mexikanischen Fans. Ich kämpfe für alle Mexikaner, nicht nur für Mexiko-City. Jetzt, wo das Fußballteam bei der Weltmeisterschaft ausgeschieden ist, konzentrieren sich die mexikanischen Fans voll und ganz auf diesen Kampf", sagte Barrera.
Nicht einverstanden zeigte sich Morales mit den Worten seines Kontrahenten, der ihn vor geraumer Zeit einmal als "dummen Indianer" beschimpft hat: "Wenn er nicht daran glaubt [an einen Kampf zweier Bevölkerungsgruppen; die Red.], warum hat er mich dann einen Indianer genannt?" Um die Rivalität auf die Spitze zu treiben und den Konflikt in Mexiko zu verdeutlichen zitierte Morales danach noch eine schreckliche Redewendung: "Es gibt ein altes Sprichwort bei uns ‚wenn du jemand aus der Hauptstadt erledigst, tust du etwas für dein Land."
Bleibt zu hoffen, dass durch derlei hässliche Worte für die Boxsportfans die Freude an der sportlichen Auseinandersetzung nicht getrübt werden wird und die hohen Erwartungen an den Event erfüllt werden. Die Zuschauer erhoffen sich einen ähnlichen Kampf, wie beim ersten Duell zwischen den beiden Mexikanern im Februar 2000, der als einer der besten Boxkämpfe aller Zeiten gilt.