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Donnerstag, 2003-04-10

Chat mit Danilo Häußler

Ausschnitte aus dem Chat mit Danilo Häußler am 9. April 2002

Jede Woche Dienstag findet um 19.00 Uhr der boxen.com-Expertenchat mit interessanten Gästen statt. Diesmal stellte sich der Europameister im Super-Mittelgewicht, Danilo Häußler, den Fragen der Boxsportfans. Lesen Sie hier einen Ausschnitt aus dem Chat mit dem Boxprofi aus Frankfurt (Oder).
Danilo Häußler:
Hallo zusammen.
ivonne:
Hallo Danilo, wie geht es Dir? Hast Du Dich wieder gut von dem Kampf gegen Catley erholt?
Danilo Häußler:
Ja, das hat schon ein bisschen geschlaucht, aber jetzt geht es mir wieder gut. Die Zeit zum Erholen war schon wichtig.
ivonne:
Es war ja richtig knapp am Ende. Wie hast Du den Kampf gesehen?
Danilo Häußler:
Als der Trainer mir sagte, wie der Kampf steht, dachte ich mir, wenn ich die letzten Runde gewinne, müsste ich vorne liegen. So war es dann auch. Es war schon ein großer Druck für mich in Frankfurt (Oder) zu boxen.
melanie:
Danilo, wie verstehst Du Dich mit Deinen Teamkollegen? Macht es Spaß im Wolke-Camp mit Timo Hoffmann und Kai Kurzawa zu trainieren?
Danilo Häußler:
Ja, auf jeden Fall. Die Typen von Timo und Kai passen zu mir und mit den beiden kam auch mehr Abwechslung für mich.Wir machen auch privat viel zusammen und gehen abends manchmal zusammen weg.
melanie:
Was hälst Du von Kai Kurzawa, er ist ja noch nicht so lange dabei?
Danilo Häußler:
Er hat ein riesiges Potential und kann, wenn er sich quält, ein großer Boxer werden. Er hat eine gute Schlagkraft.
petra22:
Was sagst Du zur Entwicklung von Timo? Hat Dich das überrascht?
Danilo Häußler:
Doch, er hat mich sehr überrascht. Auch diese Entwicklung, die er gemacht hat, ist toll. In den letzten Kämpfen hat er tolle Leistungen gezeigt und er hat sich auch läuferisch verbessert.
melanie:
Wie war es eigentlich bevor Timo und Kai dazu gekommen sind? Warst Du da alleine mit Manfred Wolke im Camp?
Danilo Häußler:
Nachdem Axel weg war, war ich quasi zwei Jahre lang alleine mit Manfred Wolke. In der Zeit konnte ich mich gut entwickeln und das hat mich sehr weitergebracht. Die Beinarbeit und Taktik haben sich bei mir in der Zeit sehr verbessert.
ivonne:
Wie schätzt Du Trainer Wolke ein, Ihr scheint ja gut zu hamonieren?
Danilo Häußler:
Ich hätte ja auch zur Polizei in den gehobenen Dienst gehen können. Mir war klar, wenn ich Profi werde, dann nur bei Manfred Wolke. Mir war bewusst, dass das auch für die körperlichen Grundlagen wichtig werden würde.
LinkerHaken:
Du hast ein sehr hartes Jahr hinter Dir, der Däne Mads Larsen hat Dich zappeln lassen und ist dann doch nicht angetreten. Wie sehr ärgert Dich das?
Danilo Häußler:
Das war für mich das erste Mal, dass jemand absagte. Der Termin wurde ja öfter verschoben. Beim letzten Mal waren wir ja sogar schon in Dänemark angekommen. Der Schock war schon da und dann habe ich ja über ein halbes Jahr ohne Kampf dagestanden. Das war eine lange und schwere Zeit, weil ich meine Leistung nicht prüfen konnte.
LinkerHaken:
Haben Dich die Kämpfe gegen Imparato und Catley für die Enttäuschungen aus dem letzten Jahr entschädigt?
Danilo Häußler:
Das ist schwer zu sagen. Diese Kämpfe wären sowieso irgendwann gekommen. Vom Erfolg her hat es mich vielleicht entschädigt, denn die Leistung konnte ich ja gegen die beiden unter Beweis stellen. Deshalb gehöre ich auch in die Spitze.
melanie:
Man hört immer, dass Du sehr fleißig bist und wie ein besessener trainierst. Wie siehst Du Dich selbst?
Danilo Häußler:
Ich lege sehr viel wert darauf, physisch in Form zu sein. Ich bin schon sehr trainingsfleißig, aber am besten kann das der Trainer beurteilen. Ich wollte von Beginn an Weltmeister werden, deshalb habe ich mich immer sehr engagiert. Wenn man Profiboxer wird, muss man seinen Beruf auch ernsthaft betreiben.
melanie:
Bleibt bei Deinem Einsatz und Engagement überhaupt noch Zeit für Deine Freundin und andere private Dinge?
Danilo Häußler:
In der Wettkampfvorbereitung bleibt wirklich wenig Zeit, gerade so die letzten 5 oder 6 Wochen vor einem Kampf. Meine Freundin arbeitet auch noch in Schichten, deshalb sieht man sich sowieso nicht so oft. Außerdem bin ich vor großen Veranstaltungen immer ein bisschen wortkarg, also rede nicht so viel. Wir sind aber seit 10 Jahren zusammen und ergänzen uns deshalb ganz gut. Sie hat für alles Verständnis. Nach den Kämpfen habe ich dann viel Zeit für Sie und die Familie, also Mutter und Vater.
LinkerHaken:
Was sind Deine Hobbies?
Danilo Häußler:
Fussball, Eishockey und alles, was eigentlich mit Sport zu tun hat. Auch Handball, Gewichtheben oder meine ehemaligen Boxkollegen in Schwedt interessieren mich sehr. Basketball gucke ich mir gern an. Dazu fahre ich auch gerne an die Ostsee, wenn ich Zeit dafür habe. Biathlon ist ebenfalls interessant. Dann bin ich noch ein Fan von den Olympischen Spielen.
LinkerHaken:
Was hättest Du beruflich gemacht, wenn Du nicht Profiboxer geworden wärst?
Danilo Häußler:
Ich hatte mich ja für den gehobenen Polizeidienst beworben, deshalb denke ich, ich wäre Polizist geworden. Mein Vater war für das Boxen. Meine Mutter war eher vorsichtiger. Mein Bruder war auch für das Boxen.
tombalabomba:
Danilo, was hälst Du eigentlich von den anderen Super-Mittelgewichtlern bei Sauerland? Was sagst Du zu Sven Ottke und wie findest Du Markus Beyer?
Danilo Häußler:
Sven Ottke ist wirklich anerkennenswert. Er hat seinen Titel sehr häufig verteidigt.
Für Markus Beyer hoffe ich, dass Markus seine Chance gegen Eric Lucas nutzt. Er hat von uns Dreien eigentlich fast das größte Talent.
melanie:
Was isst Du eigentlich am liebsten?
Danilo Häußler:
Steak, Nudeln, Fisch, eigentlich beschränke ich mich auf nichts Spezielles. Gerne esse ich auch deutsche und deftige Küche.
tombalabomba:
In welchem Verband glaubst Du einen WM-Titel erboxen zu können?
Danilo Häußler:
Sven ist ja nun IBF-Titelinhaber, Markus konzentriert sich auf die WBC, dann werde ich wohl um die WBA-WM boxen, wenn ich die Möglichkeit bekomme. Es wäre schön, wenn das bis zum Ende des Jahres klappen könnte. Das ist aber davon abhängig, wie sich das Geschehen bei der WBA entwickelt. Byron Mitchell wird Mitte des Jahres auf jeden Fall noch erst einen anderen Kampf machen.
Boxprofi:
Wer wird in diesem Jahr deutscher Fussballmeister?
Danilo Häußler:
Ich bin ja eigentlich Fan vom FC Bayern München, denen gebe ich aber keine Chancen mehr. Ich glaube, dass Dortmund oder Leverkusen das Rennen macht.
LinkerHaken:
Wer ist Dein bester Freund?
Danilo Häußler:
Das ist ein Gewichtheber und er heißt André Rohde. Wir haben uns vor 7 Jahren kennengelernt.
Marlen:
Jetzt, wo Du mehr in der Öffentlichkeit stehst, ist der Druck auf Dich auch größer geworden. Stört Dich das manchmal?
Danilo Häußler:
Ja doch, es ist ja schon so, dass man sich nicht mehr so locker und leicht bewegen kann, wie früher. Gerade auch wenn man unterwegs ist, kann man sich nicht alles erlauben, weil einen ja die Leute kennen. Man passt dann doch besser auf. Aber es macht auch sehr viel Spaß, ein bisschen bekannter zu sein. Gerade wenn einen die Leute ansprechen und einem Glück wünschen, ist das sehr positiv.
tombalabomba:
Was sagt Deine Freundin eigentlich zu Deinem Beruf?
Danilo Häußler:
Wir kennen uns seit 10 Jahren. Sie ist in diese Situation auch mit hineingewachsen. In der Vorbereitung sieht Sie mich zwar wenig, aber wir verstehen uns gut. Sie akzeptiert meinen Beruf.
Marlen:
Wer ist als Boxer Dein größtes Vorbild?
Danilo Häußler:
Ein direktes Vorbild als Boxer habe ich eigentlich nicht. Mein sportliches Vorbild war eigentlich immer Boris Becker. Sein Einsatz und wie er manchmal ein Tennismatch umgebogen hat, das hat mich begeistert. Auch sein Auftreten auf dem Platz und wie er die Fans mitgerissen hat, das hat mich beeindruckt.
tombalabomba:
Die Frau von Sven Ottke ist immer live am Ring dabei? Wie sieht das bei Euch aus?
Danilo Häußler:
Meine Freundin kann nicht immer dabei sein, weil Sie in Schichten arbeitet. Aber wenn Sie frei hat, ist Sie dabei.
Boxprofi:
War es für Dich in Frankfurt (Oder) ein Erlebnis mal vor heimischer Kulisse zu boxen?
Danilo Häußler:
Das war absoluter Wahnsinn. Man hätte ja noch viel mehr Karten verkaufen können. Schon die Stimmung bei den Vorkämpfen war genial. Das Publikum hat mich sehr nach vorne gepeitscht.
norbert:
Was denkst Du über Deinen nächsten Gegner?
Danilo Häußler:
Zu meinem nächsten Gegner kann ich noch gar nicht so viel sagen. Ich habe bisher nur ein Video von ihm gesehen und deshalb ist es schwer, darauf einzugehen. So lange steht ja noch nicht fest, dass ich in Riesa boxen werde.
Boxprofi:
Wie sehr hast Du die Zuschauer in Frankfurt (Oder) bemerkt? Hat Dir die Unterstützung der Fans geholfen?
Danilo Häußler:
Ja, das hat mir sehr geholfen. In den letzten 3 Runden halfen mir die Zuschauer ungemein. Viele Freunde aus Schwedt waren ja auch dabei und ich habe die Belastung gar nicht mehr gespürt. Das hat mir sehr viel Spaß gemacht. Schade, dass nicht mehr Leute Karten bekommen konnten, da die Halle nicht größer war.
melanie:
Welche Dinge sind wichtig für Dich im Leben?
Danilo Häußler:
Ich möchte eine sichere Zukunft haben. Zuhause möchte ich mich wohlfühlen und ich will gerne mal eine richtige Familie gründen. Auch mein Bruder in Berlin, meine Mutter und mein Vater sind mir sehr wichtig und helfen mir immer.
sunny:
Wie oft trainierst Du in der Woche so?
Danilo Häußler:
Ich trainiere pro Tag zweimal, Samstags meistens noch einmal, Sonntags ist dann frei. Außer kurz vor Wettkämpfen, dann geht es manchmal auch Sonntags ins Training. Dazu kommen aber auch Massagetermine, Arztbesuche und Dinge, die für die Erholung und Entspannung wichtig sind, wie zum Beispiel der Gang in die Sauna. Man muss sich ja auch erholen ;-)
sunny:
Boxt Du lieber in den neuen oder in den alten Bundesländern?
Danilo Häußler:
Das ist schwer zu sagen. Das Publikum in den neuen Bundesländern macht natürlich bei mir mehr Stimmung. In Frankfurt (Oder) war es für mich ein Heimspiel und das Publikum hat mich sehr unterstützt. Mein Bekanntheitsgrad ist in den alten Bundesländern wahrscheinlich auch noch nicht groß genug.
rechteGerade:
Bei den letzten Kämpfen bist Du zu Sleeping Sun von der Gruppe Nightwish eingelaufen. Wird das auch die Einmarschmusik in Riesa sein?
Danilo Häußler:
Ja, auf jeden Fall. Wenn es nach mir geht, wird das noch eine Zeit so bleiben. Viele finden den Titel sehr gut. Die CD, auf der der Titel ist, ist allerdings nicht so einfach zu kriegen, ich musste sie mir auch erst einmal bestellen. Der Titel ist ja schon ein bisschen älter. Trainer Manfred Wolke hat mir die Musik empfohlen.
Danilo Häußler:
Stellt bitte jetzt die letzte Frage.
melanie:
Hat man nicht bei so viel Trubel manchmal die Nase von der Presse ein bisschen voll?
Danilo Häußler:
Auf der einen Seite braucht man Sie. An anderen Tagen nervt es einen schon ein bisschen. Nach dem Catleykampf war ich wirklich erschöpft, weil im Vorfeld so viel Trubel herrschte. Gerade, wenn man sich konzentrieren muss, zum Beispiel kurz vor dem Kampf, kann das natürlich schon störend sein. In Frankfurt (Oder) ist die Presse (moz) sehr nett, die schreiben sehr viel über mich. In den drei Wochen vor dem Kampf haben Sie eigentlich fast jeden Tag etwas über die Boxveranstaltung gebracht.
Danilo Häußler:
Okay, ich muss dann auch weg.
norbert:
Viel Erfolg in Riesa!
Danilo Häußler:
Danke.
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