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Donnerstag, 2006-07-27

Champions an der Ostsee

Beyer, Abraham und Huck im Trainingscamp auf Usedom


Ulli Wegner und Arthur Abraham
Als Ulli Wegner der Anruf zum Interview erreichte, genoss der Chef-Coach im Strandkorb gerade die Sonne und lauschte dem Rauschen der Ostseewellen. Eine nahezu trügerische Idylle, denn der Trainer des Sauerland-Teams ist nicht im Sommerurlaub, sondern im Trainingslager. Seit Wochenbeginn ist für ihn und seine Jungs harte Arbeit an der Küste angesagt. Mit Arthur Abraham, Markus Beyer und Marco Huck ist Wegner nach Zinnowitz auf die Ostseeinsel Usedom gereist. An den alt bekannten Ort, der den Sauerland-Boxern schon seit Jahren zur intensiven Wettkampfvorbereitung dient und in dem sie im Hotel "Baltic" auch diesmal wieder optimale Bedingungen vorfinden. "Im Max-Schmeling-Gym am Berliner Olympiastadion laufen gerade Bauarbeiten", erzählt der Trainer. "Die Fenster sind deshalb nicht zu öffnen, und bei fast 60 Grad Hitze kann man einfach nichts machen. Da sind wir an die Ostsee geflüchtet."
Ein Schritt, der sich auszahlen wird, denn mit dem derzeitigen Trainingszustand zeigt sich Ulli Wegner schon sehr zufrieden. Auf Usedom geht er die unmittelbare Wettkampfvorbereitung seiner Schützlinge allerdings gesondert an: Wegen der Schwere der bevorstehenden Aufgaben hat er die Trainingsgruppe geteilt und kann sich dadurch besser auf die beiden Champions und auf Marco Huck konzentrieren, der im September seinen ersten Titelkampf absolvieren wird.

Markus Beyer
"Arthur und Markus befinden sich derzeit in unterschiedlichen Trainingsphasen", erklärt Wegner. Während der WBC-Champion im Super-Mittelgewicht am 14. Oktober in Kopenhagen gegen den WBA-Titelträger Mikkel Kessler (Dänemark) zum Vereinigungskampf antritt, muss IBF-Mittelgewichtsweltmeister Abraham schon am 26. August in Oldenburg gegen den Pflichtherausforderer Edison Miranda (Kolumbien) in den Ring steigen. "Für Markus stehen jetzt vorrangig Grundlagentraining und Ausdauer an. Arthur hingegen trainiert vor allem in speziellen Übungen Schlagtechnik und Taktik. In der nächsten Woche beginnt für ihn dann bereits die Sparringsphase." Für den 26-jährigen gebürtigen Armenier wird es die erste Pflichtverteidigung. Als einen "ganz harten Brocken" schätzt Ulli Wegner den Herausforderer, der alle seine 26 Profikämpfe gewinnen konnte (23 davon vorzeitig), ein. "Miranda ist sehr schnell auf den Beinen und schlägt eine harte und saubere rechte Gerade", analysiert der Chefcoach. "Arthur muss von Beginn an den Kampf dominieren – sollte er früh zurück liegen, wird es wegen Mirandas überragender Schnelligkeit sehr schwer."
Vor der wohl schwersten Aufgabe seiner Box-Karriere steht indes Markus Beyer. Der spektakuläre WBC-WBA-Vereinigungskampf steigt in der legendären Parken Arena von Kopenhagen vor 14.000 Zuschauern. Kessler ist in 37 Kämpfen ungeschlagen (28 K.o.´s) und hält seit 2004 den Titel der WBA. Zuletzt besiegte er mit Eric Lucas und Anthony Mundine zwei Boxer der absoluten Spitzenklasse. Auch wenn einige Fachleute Beyer wenige Chancen auf einen Sieg einräumen, ist Ulli Wegner fest von den Stärken Beyers überzeugt. "Kessler ist ein sehr guter Kämpfer", weiß der Coach. "Vom boxerischen Potenzial schätze ich Markus aber etwas besser ein. In jedem Fall wird das ein ganz harter Fight, zumal er auswärts stattfindet. Ich glaube aber fest an einen Sieg."

Markus Beyer
Bis zum Wochenende genießen die Boxer und ihr Trainer noch die guten Möglichkeiten auf Usedom. Hartes Training wechselt sich mit aktiver Erholung am Strand und im Wasser ab. "Die Jungs springen nach den intensiven Einheiten und dem Saunagang in die Ostsee und kühlen sich ab." In der kommenden Woche steht den Männern dann das Gym in Berlin wieder zur Verfügung, bevor es abermals ins Trainingslager geht. Den letzten Schliff wollen sie sich schließlich im Bundesleistungszentrum in Kienbaum holen. In der spartanischen ehemaligen DDR-Sportschule vor den Toren Berlins kann sich dann ganz auf die Kämpfe focussiert werden – Abwechslung gibt es in Kienbaum so gut wie keine.