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Donnerstag, 2005-09-29

Brewster bleibt WBO-Champ

Luan Krasniqi verpasst WM-Titel im Schwergewicht

Der 34 Jahre alte Rottweiler unterlag am Mittwochabend in Hamburg WBO-Titelverteidiger Lamon Brewster (USA) nach großem Kampf durch technischen K.o. in der neunten Runde. "Ich war mir zu sicher. Einmal nicht aufgepasst, und schon war es passiert. Das ist eine Lehre fürs Leben für mich", sagte der Schützling von Torsten Schmitz.
Krasniqi wollte der zweite deutsche Schwergewichts-Weltmeister werden. Einziger Champion bleibt Max Schmeling, der vor 75 Jahren Jack Sharkey (USA) bezwang. Die Veranstaltung wurde dem am 2. Februar gestorbenen Box-Idol gewidmet, der am Mittwoch 100 Jahre alt geworden wäre.

Luan Krasniqi
Anders als erwartet, begann der sechs Zentimeter kleinere Lamon Brewster zurückhaltend und suchte nicht wie sonst die schnelle Entscheidung. Krasniqi gelang es den Amerikaner, der 28 seiner 34 Kämpfe durch Knockout entscheiden konnte (davon allein 23 in den ersten drei Runden) mit seiner Führhand auf Distanz zu halten und den Kampf zu kontrollieren.
Je länger der Fight dauerte, desto stärker schienen sich die konditionellen Vorteile des Herausforderers auszuzahlen. Die Wende zu Gunsten des Titelträgers kam kurz vor Ende der achten Runde, als er den Deutschen erstmalig zu Boden schickte. "Es war erstaunlich, dass ich überhaupt wieder aufgestanden bin. Das habe ich gar nicht mitbekommen", gestand Krasniqi, den nur der Gong zur Pause vor Schlimmeren rettete. Doch nach einem weiteren Niederschlag in der neunten Runde, als beide Kämpfer am Ende ihrer Kräfte waren, gab der Herausforderer den Kampf auf.
Für Krasniqi wäre ein Sieg die Krönung seiner großen Sportlerkarriere geworden. Der gebürtige Kosovo-Albaner, der 1987 nach Deutschland übersiedelte, war als Amateurboxer Olympia-Dritter und Vizeweltmeister. Bei den Profis eroberte er den EM-Titel, den er für den WM-Kampf gegen Brewster niedergelegt hatte. Mit der Niederlage gegen Brewster kassierte Krasniqi die zweite Niederlage im 31 Kampf. Der als K.o.-Schläger bekannte Brewster konnte seine Bilanz, vor 13 000 Zuschauern in der Color-Line-Arena, auf 33 Siege in 35 Kämpfen ausbauen.
Trotz der vorzeitigen Niederlage hinterließ Krasniqi einen nachhaltigen Eindruck. "Luan war ein harter Gegner, boxerisch der beste, gegen den ich je geboxt habe", schätzte ihn der alte und neue Weltmeister Lamon Brewster ein. "Luan war super dicht dran. Brewster hat gewackelt. Er hätte genauso gut umkippen können", befand Axel Schulz, der in den 90-er Jahren selbst drei Mal vergeblich um einen WM-Gürtel im Schwergewicht gekämpft hatte.