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Montag, 2005-02-28

Beyer vs. Green

Zwei wie Feuer und Wasser


Weltmeister Markus Beyer und Danny Green (16,08,2003)
Markus Beyer vs. Danny Green - das WM-Duell der Gegensätze. Ruhig und zurückhaltend der Weltmeister. Er überlegt was er tut und auch was er sagt. Nicht nur im Ring. Der Herausforderer ist dagegen ein Hitzkopf, neigt zu Wutausbrüchen und klopft gerne große Sprüche. Während Beyer die Abgeschiedenheit der kalten Ostseeküste von Usedom zum Trainieren bevorzugt, bereitet sich Green in Los Angeles vor. Hat der Deutsche als Amateur alle Altersklassen durchlaufen und dabei große Erfolge verbucht, war der Australier bei seinem ersten Amateurkampf schon 20 Jahre alt. Beyer ist Rechtsausleger, Green Linksausleger. Gegensätze, die sich einmal nicht anziehen, sondern abstoßen. Nicht ein Funke von Sympathie ist zwischen den beiden spürbar. Das hat seinen Grund.
Rückblende: Am 16. August 2003 am Nürburgring. Markus Beyer will seinen gerade frisch zurück gewonnenen WBC-Titel im Super-Mittelgewicht gegen den damals ziemlich unbekannten Danny Green verteidigen. Es sollte ein blutiger Fight werden, manche sagen sogar ein Skandalkampf. Green startet furios, überrascht den Champion, schlägt ihn zu Boden. Aber der Herausforderer greift auch zu unfaieren Mitteln. Als sich Beyer langsam von den Niederschlägen erholt und selbst mit harten Treffern kontert, dreht Green völlig durch, stößt absichtlich mit dem Kopf. Beyer blutüberströmt beim Ringarzt. Nichts geht mehr. Green wird disqualifiziert. Beyer bleibt Champion. Die unfairen Attacken haben bei Markus Beyer Spuren hinterlassen. "Green hätte gesperrt werden müssen."
In Zwickau stehen sich beide wieder im Ring gegenüber. Seit dem ersten Kampf ist viel passiert. Beyer verlor seinen Titel sensationell gegen den Italiener Sanavia, holte ihn sich aber postwendend im Rematch zurück. Green schlug Ex-Weltmeister Lucas und darf sich seither "Interims-Champion" nennen. Am 12. März soll endlich die Entscheidung fallen, wer der wahre Champion ist.
Im Vorfeld wurde reichlich verbal attackiert. Große Klappe beim Australier, Besonnenheit beim Deutschen. So tönt Green auf seiner Internetseite in regelmäßigen Abständen. Eine Auswahl seiner Sprüche: "Beyer braucht seinen Psychologen um in den Ring zu steigen, ich brauche einen um wieder heraus zukommen."
"Ich habe jede Sekunde meines Trainings Beyers Bild vor Augen."
"In Zwickau wird sich Beyer zum letzten Mal in seiner Heimat blamieren."
"Ich genieße es der Underdog zu sein. Es spornt mich an, wenn des Publikum gegen mich ist."
"Ich habe Beyer gegen Sanavia und Nishizawa gesehen. Das war ein anderer Beyer. Aber das wird ihm trotzdem nicht helfen."
Markus Beyer reagiert cool auf die Sprüche. "Die Entscheidung fällt im Ring. Ich hoffe nur, er bleibt diesmal fair."
Das Ballyhoo überlässt Beyer lieber seinem Trainer Ulli Wegner. "Green wird sich wundern, wie stark Markus ist. Er hat mich ganz schön in Bedrängnis gebracht, als er zwei sehr starke Sparringspartner ausknockte." Der Erfolgscoach glaubt fest an seinen Schützling: "Markus kann Green KO schlagen, und ich bin sicher, er wird es auch tun." Solche Vorschußlorbeeren machen den einzigen amtierenden deutschen Profi-Weltmeister eher verlegen. Beyer: "Wenn der Trainer das sagt, wird schon etwas dran sein."