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Sonntag, 2009-06-28

Berlin - der große Bericht

Highlight: der Sieg von IBF-Champion Abraham (Fotos: SE und Mausolf)

Die Boxgala in der Max-Schmeling-Halle

Tolle Stimmung in der Berliner Max-Schmeling-Halle! Die Boxfans aus der Hauptstadt sorgten dafür, dass King Arthur Abraham bei seiner Titelverteidigung gegen den Hamburger Mahir Oral einmal mehr auf die Unterstützung der Zuschauer bauen konnte. Und mit dem technischen K.o.-Sieg in der zehnten Runde, bei dem Abraham seinen Herausforderer gleich mehrfach auf die Bretter schickte, wurde das Publikum dann auch entsprechend für die "Heimspiel-Atmosphäre" belohnt. Ebenso erfolgreich: Sebastian Sylvester. Der "Hurrikan" aus Greifswald hatte ebenfalls sehr viele Fans mit in die Max-Schmeling-Halle gebracht. Nach seinem einstimmigen Punktsieg gegen den US-Mittelgewichtler Lajuan Simon darf der IBF International Champion jetzt sogar auf eine erneute WM-Chance hoffen. Insgesamt standen am Samstag in Berlin acht Kampfpaarungen auf dem Programm. 

1. Kampf: Juan Manuel Garay vs. Martin Kempf

 

Eigentlich hatte Martin Kempf auf den 13. Sieg im 13. Profikampf gehofft. Doch daraus wurde nichts. Der 21-jährige Cruisergewichtler musste sich zum Auftakt des Abends gegen Juan Manuel Garay durch technischen K.o. in der vierten Runde geschlagen geben. Gegen den aggressiv zu Werke gehenden Argentinier hatte der Deutsche schon zu Beginn Mühe. Da der 37-jährige Kontrahent jedoch in der Defensive recht fahrlässig agierte, kam Kempf mehrfach mit seinen linken und rechten Haken zum Kopf des Widersachers durch. Im zweiten Durchgang versuchte der Schützling von Trainer Karsten Röwer, ein wenig mehr Dominanz auszustrahlen. Garay, der in der dritten Runde eine Verwarnung wegen zu tiefen Abduckens erhielt, erwies sich dennoch als unangenehmer Gegner und verwickelte den Cruisergewichtler aus Berlin immer wieder in den Infight. Das hinderte Kempf daran, die boxerische Linie einzuhalten. Im vierten Durchgang dann der Schock: Kempf musste nach einem Treffer des Argentiniers zu Boden. Garay setzte nach und schickte den Deutschen erneut in den Ringstaub, so dass der Ringrichter Jan Christensen den Fight nach zwei Minuten und fünf Sekunden abbrach. 

Offizielles Urteil: Sieger Garay durch technischen K.o. in der vierten Runde

 

2. Kampf: Daniil Peretyatko vs. Oleg Platov

 

Der Ukrainer Oleg Platov ging in dem auf acht Runden angesetzten Kampf gegen den Russen Daniil Peretyatko von Beginn an recht aggressiv zu Werke. Dennoch zeigte der Schwergewichtler, der an diesem Abend von Trainer Karsten Röwer betreut wurde, bei seinen Offensivaktionen Übersicht und powerte sich nicht zu Beginn vollständig aus. Diese Strategie sollte sich bezahlt machen. Denn sein Kontrahent, Daniil Peretyatko, erwies sich einmal mehr als zäher Gegner. Der 36-Jährige, der Platov an Körpergewicht fast um 20 Kilogramm überlegen war, musste eine Menge einstecken. Doch das schien ihm keine große Mühe zu bereiten. Nachdem Platov in der Anfangsphase deutlich dominiert hatte, nahm er zwischenzeitlich ein wenig das Tempo aus dem Kampf. Dennoch bestimmte er das Geschen im Ring mit seinen schnellen Führhänden deutlich. In der fünften Runde versuchte der 26-jährige Ukrainer häufiger, die Auslage zu wechseln. Die harten linken Haken von Platov schlugen jetzt noch öfter beim Widersacher ein. Im sechsten Durchgang machte der in Dnipropetrowsk geborene Schwergewichtler mit Links-Rechts-Kombinationen und linken Körperhaken noch mehr Dampf. Danach überraschte er seinen Kontrahenten mit einigen linken Händen zum Kopf. Peretyatko hielt zwar während der kompletten Distanz immer wieder dagegen, doch ernsthaft in Gefahr brachte er Platov an diesem Abend nicht. 

Offizielles Urteil: Sieger Platov (einstimmig) nach Punkten

 

3. Kampf: Leonard Bundu vs. Frank Shabani

 

Enttäuschung bei Frank Shabani: Der Berliner kassierte bei dem Versuch, EU-Champion im Weltergewicht zu werden, gegen den Titelverteidiger Leonard Bundu eine Niederlage. Das Duell zwischen dem Italiener und seinem 27-jährigen Kontrahenten aus der Hauptstadt verlief von der ersten Sekunde an äußerst temporeich. Der EU-Champion war bestrebt, seinen Herausforderer von der Ringmitte aus mit schnellen Händen zu attackieren. Shabani hielt mit überraschenden Links-Rechts-Kombinationen dagegen. Doch ihm gelangen zunächst nicht genügend klare Treffer. In der vierten Runde drehte Bundu mit seinen Schlagserien auf. In der fünften Runde erhöhte Shabani dann den Druck. Das Publikum spürte, dass jetzt für den Lokalmatador mehr drin war. Doch ein Cut am linken Auge - entstanden durch einen unabsichtlichen Kopfstoß - schien den Schützling von Trainer Otto Ramin danach aus dem Konzept zu bringen. Trotz einer großartigen kämpferischen Leistung sah sich der Berliner in der Folge zu häufig in die Defensive gedrängt. Bundu hatte fast immer eine Hand mehr im Ziel. In der Schlussphase hoffte Frank Shabani gegen den Rechtsausleger aus Florenz, das Blatt vielleicht durch einen Lucky Punch noch für sich zu entscheiden. Doch der alles entscheidende Schlag blieb aus, so dass Leonard Bundu am Ende einstimmig nach Punkten (116:112, 116:113 und 115:113) vorne lag.

Offizielles Urteil: Sieger Bundu (einstimmig) nach Punkten

 

4. Kampf: Ignacio Esparza vs. Enad Licina

 

Einen sehr konzentrierten Eindruck hinterließ der IBF-Intercontinental Champion Enad Licina bei seiner Titelverteidigung gegen den 32-jährigen Ignacio Esparza. Der Schützling von Trainer Manfred Wolke versuchte zunächst, mit der Führhand Akzente zu setzen. Sein Kontrahent hielt zwar mit harten Händen dagegen, doch so richtig furchteinflößend waren die Schwinger des Herausforderers nicht. Dafür agierte Licina in der Deckung zu sicher. Bereits in der zweiten Runde schlug eine harte Rechte des 29-Jährigen am Kopf des Mexikaners ein. Im dritten Durchgang kam seine rechte Gerade durch. Sein Konkurrent wechselte danach mehrfach die Auslage, doch auch das brachte ihm keine sichtbaren Vorteile. In der sechsten Runde bäumte sich der Cruisergewichtler aus Guadalajara noch einmal auf, doch seinen Aktionen fehlte es an Schnelligkeit. Doch auch Licina, der seinen Widersacher in der Schlussphase häufig zurückdrängte, war nicht in der Lage, ihn zwingend zu stellen. Deshalb musste er sich am Ende mit einem klaren Punktsieg (117:111, 116:112 und 117:111) zufrieden geben. "Der Gegner war stärker, als erwartet und äußerst unbequem zu boxen. Ich hatte Mühe, mich auf ihn einzustellen. Mit dem klaren Punktsieg war ich aber dennoch zufrieden", so Licina nach dem Kampf.                                            

Offizielles Urteil: Sieger Licina (einstimmig) nach Punkten

 

5. Kampf: Rodolfo De Dominicis vs. Alexander Frenkel

 

Einen sehr unorthodoxen, aber durchaus interessanten Fight lieferten sich Rodolfo De Dominicis und der frühere IBF-Junioren-Weltmeister Alexander Frenkel. Der Argentinier De Dominicis stürmte von der ersten Sekunde an nach vorne und versuchte, den Schützling von Trainer Ulli Wegner mit seinen Angriffsaktionen zu überraschen. Zum Abtasten blieb für Frenkel keine Zeit und die eine oder andere Hand kassierte der 24-Jährige zudem auch. Doch dann begann sich langsam die boxerische Linie des Wegner-Schützlings durchzusetzen. Noch im ersten Durchgang traf er einmal mit einem linken Aufwärtshaken und einem Kopfhaken. Auch in Durchgang zwei ging sein Kontrahent zunächst wild nach vorne. Doch Alexander Frenkel behielt den Überblick und schickte den 36-Jährigen in der neutralen Ecke zu Boden. Wenig später sorgte dann eine Rechte für den zweiten Niederschlag. In der dritten Runde machte Frenkel dann den Sack endgültig zu. Nachdem er mehrere harte Hände ins Ziel gebracht hatte, warf die Ecke des Gegners das Handtuch. Damit war der Fight nach einer Minute und 35 Sekunden zu Gunsten des in Würzburg aufgewachsenen Cruisergewichtlers entschieden. 

Offizielles Urteil: Sieger Frenkel durch technischen K.o. in der dritten Runde

 

6. Kampf: Orial Kolaj vs. Dustin Dirks

Zu seinem zehnten Sieg im zehnten Profikampf kam der Berliner Dustin Dirks. Und der hatte es für den Halbschwergewichtler wahrlich in sich. Denn nach einer Minute und 13 Sekunden der zweiten Runde überraschte der 20-Jährige seinen Gegner mit einem blitzsauberen rechten Aufwärtshaken, so dass Orial Kolaj hart getroffen zu Boden ging. Der Ringrichter Daniel van de Wiele brach den Kampf daraufhin sofort ab, ohne den schwer angeschlagenen Albaner anzuzählen. Zuvor war das Aufeinandertreffen recht ausgeglichen verlaufen. Zwar ging Dustin Dirks von Beginn an offensiv zu Werke, doch sein Konkurrent hielt ihn mit der Linken meistens auf Distanz. Im zweiten Durchgang wurde der Druck des Hauptstädters dann größer, ehe er den Fight für sich entschied. Für Dirks war es bereits der fünfte vorzeitige Sieg in seiner Profilaufbahn.

Offizielles Urteil: Sieger Dirks durch K.o. in der zweiten Runde