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Freitag, 2007-08-24

Berlin - der große Bericht

Acht Kämpfe bei der Boxnacht in der Max-Schmeling-Halle

Was für ein Abend! Spektakulärer und dramatischer als mit dem K.o.-Sieg in der elften Runde von IBF-Weltmeister Arthur Abraham hätte die Veranstaltung in der Berliner Max-Schmeling-Halle wohl kaum enden können. Nach dem technischen Unentschieden von Michel Trabant sowie den Siegen von Mads Larsen und Alexander Frenkel, war der Knockout von King Arthur gegen Khoren Gevor der krönende Abschluss einer interessanten Boxnacht. Doch die Veranstaltung in Berlin hatte noch weitere Höhepunkte zu bieten. Insgesamt standen acht Kampfpaarungen auf dem Programm.
1. Kampf: Rachid El Hadak (Frankreich) vs. Lukasz Janik (Polen)

Zum Auftakt des Abends traf der Pole Lukasz Janik auf den Franzosen Rachid El Hadak. In dem auf sechs Runden angesetzten Aufeinandertreffen erwischte der in Warschau lebende Cruisergewichtler den besseren Start. Mit seiner Führhand und einigen linken Haken zum Kopf verbuchte der 21-Jährige die ersten Aktionen für sich. In der zweiten Runde traf er mit einer harten rechten Geraden zum Kinn des Gegners. Doch Rachid El Hadak lauerte permanent auf sich bietende Deckungslücken. Im dritten Durchgang nutzte er eine solche Situation und rüttelte seinen Konkurrenten mit einer harten Rechten zum Kopf durch. Danach wurde der 33-jährige Franzose aggressiver. Dennoch war es Janik, der in der vierten Runde mit Links-Rechts-Kombinationen punktete. In der Schlussphase offenbarte der Pole allerdings einige Schwächen in seinem Defensivverhalten. Daraufhin kam sein Widersacher gleich mehrfach mit seinen rechten Kontern zu Treffern. Rachid El Hadak fehlte letztlich die Kraft, um die Auseinandersetzung vielleicht doch noch mit einem K.o.-Schlag vorzeitig für sich zu entscheiden. Am Ende lag Lukasz Janik mit einer Mehrheitsentscheidung (60:57, 58:56 und 58:58) auf den Punktzetteln vorne.
Offizielles Urteil: Sieger Janik nach Punkten

3. Kampf: Jermain Mackey (Bahamas) vs. Karo Murat (Deutschland)

Ein hartes Stück Arbeit hatte Karo Murat bei seinem ersten Kampf über acht Runden zu bewerkstelligen. Gegen den an Reichweite deutlich überlegenen Jermain Mackey überbrückte der in Kitzingen aufgewachsene Super-Mittelgewichtler zu Beginn mehrmals die Distanz und kam mit seinen Körperhaken zu Treffern. Sein in der Rechtsauslage agierender Kontrahent erhöhte daraufhin die Schlagfrequenz. Obwohl zahlreiche Führhände des Boxprofis von den Bahamas auf der Deckung von Murat landeten, sorgte besonders seine Linke zwischenzeitlich immer wieder für Gefahr. Am Ende der dritten Runde verbuchte der 23-jährige Murat mit einem rechten Aufwärtshaken die beste Aktion des Durchgangs für sich. Auch in der Folge blieb der Schützling von Trainer Ulli Wegner bei seinen Aktionen effektiver. In der fünften Runde geriet der 27-jährige Mackey nach harten Händen des Gegners unter Druck. Doch er befreite sich wieder und der Durchgang endete mit einem offenen Schlagabtausch. Der Punktsieg (79:75, 79:73 und 78:75) von Karo Murat geriet in den letzten drei Minuten kurzzeitig ein wenig in Gefahr. Mit einer harten Linken rüttelte Mackey den Kontrahenten durch und setzte vehement nach. Der Wegner-Schützling fing sich jedoch wieder und hatte am Ende sogar noch die Kraft für einen kurzen Schlussspurt.
Offizielles Urteil: Sieger Murat (einstimmig) nach Punkten

4. Kampf: Daniel Bispo (Brasilien) vs. Yoan Pablo Hernandez (Kuba)

Der Kubaner Yoan Pablo Hernandez hatte es offenbar besonders eilig, seinen ersten Titel im Lager der Berufsboxer zu gewinnen. Im Kampf um die zuvor vakante WBA-Lateinamerikanische Meisterschaft im Cruisergewicht benötigte der 22-Jährige gerade mal eine Minute und eine Sekunde, um Daniel Bispo durch K.o. zu bezwingen. Gegen den Brasilianer, der noch im Mai mit dem früheren WBO-Weltmeister im Schwergewicht und Wladimir Klitschko-Bezwinger Corrie Sanders in Südafrika über die Runden gegangen war, übernahm der Rechtsausleger gleich zu Beginn die Initiative. Mit seiner rechten Führhand drängte er den 33-Jährigen zurück und kam zu einem Niederschlag. Nachdem Bispo vom Ringrichter Klaus Griesel angezählt worden war, setzte er den Kampf fort. Hernandez nutzte weiterhin seine Reichweitenvorteile und übte mit viel Übersicht Druck aus. Nach einem harten linken Haken zur Leber und einem darauf folgenden rechten Haken zum Körper musste der Boxprofi aus Sao Paulo wieder in den Ringstaub. Der Referee zählte den am Boden liegenden Brasilianer daraufhin aus. Yoan Pablo Hernandez verbesserte seine Bilanz als Berufsboxer durch den K.o.-Sieg in der ersten Runde auf zwölf Erfolge aus zwölf Kämpfen.
Offizielles Urteil: Sieger Hernandez durch K.o. in der ersten Runde

7. Kampf: Mike Algoet (Belgien) vs. Thomas Troelenberg (Deutschland)

Thomas Troelenberg traf in einem auf acht Runden angesetzten Mittelgewichtsfight auf den Belgier Mike Algoet. Vom ersten Durchgang an versuchte der gebürtige Greifswalder, gegen seinen 33-jährigen Kontrahenten Druck auszuüben. Die Rechtsauslage Algoets, der kurzfristig für den verletzten Wassim Khalil eingesprungen war, bereitete dem Deutschen einige Mühe. Das Geschehen im Ring wirkte somit zeitweise zerfahren und war vom gegenseitigen Klammern beider Kontrahenten geprägt. Am Ende der vierten Runde stellte Troelenberg seinen Konkurrenten jedoch in der roten Ecke und kam mit schnellen linken und rechten Händen zu guten Treffern. Von Zeit zu Zeit blitzte aber auch das Können von Algoet auf. Meist war es die linke Schlaghand des Mittelgewichtlers aus Brügge, die dabei für Gefahr sorgte. Doch der von Hartmut Schröder trainierte Troelenberg stand in der Deckung sicher. In der Schlussphase erhöhte er ein wenig das Risiko. Dabei musste er aber immer wieder vor den schnellen Konterattacken des Gegners auf der Hut sein. Am Ende lag der in Berlin lebende Internationale Deutsche Meister im Halb-Mittelgewicht auf den Wertungszetteln der Punktrichter einstimmig vorne und hielt sich damit auch im zwölften Profikampf schadlos.
Offizielles Urteil: Sieger Troelenberg (einstimmig) nach Punkten
Fotos: SE