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Sonntag, 2008-02-10

Berlin - der große Bericht

Das Rahmenprogramm im Berliner Tempodrom

Packende Kämpfe im Berliner Tempodrom! Doch auch neben den Erfolgen von Alexander Povetkin und Sebastian Sylvester sowie dem spektakulären Debüt im Sauerland-Team von Cecilia Braekhus hatte der Kampfabend eine Menge zu bieten. Insgesamt standen am Samstag neun Fights auf dem Programm.
1. Kampf: Piotr Tomaszek (Polen) vs. Jürgen Doberstein (Deutschland)

Dass man im Lager der Berufsboxer nichts geschenkt bekommt, bekam Jürgen Doberstein bei seinem Profidebüt gegen den 27-jährigen Piotr Tomaszek zu spüren. Zwar begann der erst 18-jährige Super-Mittelgewichtler gegen seinen polnischen Kontrahenten mit linken Haken zum Körper furios, doch im Laufe des Aufeinandertreffens gestaltete sich die Aufgabe schwerer als zuvor angenommen. Denn zu Beginn der zweiten Runde überraschte Tomaszek seinen Gegner mit einem rechten Haken zum Kopf. Am Ende des Durchgangs nutzte der inzwischen aggressiver agierende Pole erneut eine Unachtsamkeit des Deutschen in der Deckung und brachte eine Links-Rechts-Kombination ins Ziel. In der Folge bekam der von Otto Ramin trainierte Doberstein das Geschehen jedoch wieder besser in den Griff. Nachdem er in der dritten Runde zweimal gut mit der rechten Geraden durchkam, wirkte er auch in der Schlussphase etwas explosiver und lag somit am Ende einstimmig nach Punkten vorne.

Offizielles Urteil: Sieger Doberstein (einstimmig) nach Punkten

2. Kampf: Olegs Fedotovs (Lettland) vs. Henry Weber (Deutschland)

Eine nicht ganz einfache Aufgabe hatte auch Henry Weber in dem auf sechs Runden angesetzten Fight gegen den Letten Olegs Fedotovs zu lösen. Der junge Deutsche ging von Beginn an offensiv zu Werke und arbeitete mit seiner linken Führhand. Fedotovs versuchte, in der Halbdistanz mit Hakenserien dagegen zu halten. Doch zunächst schien das kein erfolgversprechendes Mittel gegen den permanenten Druck des Stralsunders zu sein. In der dritten Runde drängte Weber seinen Konkurrenten in die blaue Ecke zurück und kam zweimal hart mit der Rechten zum Kopf durch. In der Folge verbuchte der 19-jährige Super-Mittelgewichtler zwar weiterhin die härteren Aktionen für sich, doch mit hoher Schlagfrequenz schien der 23-jährige Lette das Ruder zu übernehmen. Das machte sich auch am rechten Auge von Henry Weber bemerkbar, dass mehr und mehr anschwoll. Im sechsten Durchgang ließ Olegs Fedotovs jedoch ein wenig die nötige Aggressivität vermissen, so dass es für ihn am Ende nicht zu einem Unentschieden reichte.
Offizielles Urteil: Sieger Weber (einstimmig) nach Punkten

3. Kampf: Italo Brussolo (Italien) vs. Frank Shabani (Deutschland)

Sehr temporeich verlief das Aufeinandertreffen im Weltergewicht zwischen dem Berliner Frank Shabani und seinem Kontrahenten Italo Brussolo. Der Italiener bereitete seine Aktionen zunächst mit der Linken gut vor und lauerte darauf, seine Schlaghand ins Ziel zu bringen. Doch die Rechnung des 29-Jährigen ging nicht auf, da Shabani mit einer sicheren Deckung agierte und geschickt mit rechts konterte. In der zweiten Runde überraschte der Schützling von Trainer Otto Ramin seinen Konkurrenten aus Venetien an den Ringseilen mit einer Rechten zum Kinn. Auch danach verbuchte der 25-Jährige mit seinen schnellen Gegenaktionen die besseren Treffer für sich. Im dritten Durchgang stellte Brussolo dann ebenfalls seine Gefährlichkeit unter Beweis und traf mit der Rechten. Dennoch fehlte es ihm in der Folge wieder an Effektivität. So gelangen Frank Shabani auch in Runde fünf mit zwei harten rechten Händen zum Kopf die genaueren Aktionen. In der Schlussphase des Fights übte der Italiener noch einmal großen Druck aus. Doch es gelang ihm fast nie, seinen mit schneller Beinarbeit agierenden Widersacher gefährlich zu stellen. Shabani lag somit nach acht Runden auf den Wertungszetteln der Punktrichter mit 80:72, 80:74 und 80:74 vorne.
Offizielles Urteil: Sieger Shabani (einstimmig) nach Punkten

5. Kampf: Michal Hlavka (Slowakei) vs. Dustin Dirks (Deutschland)

Von der ersten Sekunde an großen Druck übte der Berliner Dustin Dirks gegen Michal Hlavka aus. Der deutsche Halbschwergewichtler setzte dem slowakischen Kontrahenten mit harten linken Führhänden zu und versuchte, die Schlaghand zu platzieren. Doch auch sein 23-jähriger Gegner sorgte mit rechten Schwingern für Gefahr. In der zweiten Runde zeigte die aggressive Gangart von Dirks, der sein Profidebüt bestritt, beim Kontrahenten Wirkung. Der schien mit stark blutender Nase sichtbar Probleme zu haben, im Kampf zu bleiben und geriet immer mehr in Bedrängnis. Als der von Otto Ramin trainierte Dirks dann mit einer Linken hart zum Kopf von Hlavka durchkam, schien der Slowake sehr angeschlagen. Ringrichter Ingo Barrabas schritt daraufhin ein und brach den Fight folgerichtig nach einer Minute und 46 Sekunden des zweiten Durchgangs ab. Damit war der erste Erfolg für den 18-jährigen Dustin Dirks im Profilager perfekt.
Offizielles Urteil: Sieger Dirks durch technischen K.o. in der zweiten Runde

6. Kampf: Lubos Suda (Tschechien) vs. Enad Licina (Deutschland)

Mit dem 31-jährigen Lubos Suda räumte Enad Licina am Samstag einen weiteren Prüfstein aus dem Weg. Der von Manfred Wolke trainierte Cruisergewichtler wirkte zunächst mit seinen linken Haken zum Körper gefährlicher. Doch häufig Kopf an Kopf mit seinem Gegner agierend, hatte der 28-Jährige zunächst Mühe, sich klare Vorteile zu verschaffen. Ab der dritten Runde hielt Licina seinen Konkurrenten mit der Führhand besser auf Distanz. Damit war es möglich, häufiger mit der Schlaghand zum Erfolg zu kommen. In der vierten Runde brachte der Wolke-Schützling eine harte Rechte zum Kopf des Gegners durch. Er setzte mit schnellen Händen nach, doch die Angriffe verpufften an der Deckung des Widersachers. Auch Lubos Suda blieb gefährlich. Doch der Tscheche glänzte immer nur dann, wenn er im Infight mit seinen Aktionen zum Körper punktete. An der ab dem fünften Durchgang größer werdenden Dominanz seines Kontrahenten konnte er jedoch nichts ändern. Licinas Aktionen wirkten in dieser Phase flüssiger. Bis zum Ende lauerte Suda zwar ebenfalls auf seine Chancen, doch letztlich musste sich der Tscheche klar nach Punkten (74:80, 73:79 und 73:80) geschlagen geben.
Offizielles Urteil: Sieger Licina (einstimmig) nach Punkten

7. Kampf: Blanchard Kalambay (Kongo) vs. Jimmy Kapanov (Russland)

Seinen fünften Sieg im fünften Profikampf verbuchte im Berliner Tempodrom der 23-jährige Jimmy Kapanov für sich. Der Schützling von Trainer Ulli Wegner überzeugte zunächst gegen Blanchard Kalambay mit genauen Führhänden und rechten Aufwärtshaken. Die zweite Runde schloss der in Georgien geborene Cruisergewichtler mit einer sauberen Linken zum Kopf des Gegners ab. Auch danach erkämpfte er sich immer wieder Vorteile. Das lag vor allem daran, dass er gleich mehrfach den Angriffen des 25-jährigen Widersachers auswich und somit kaum zählbare Aktionen des in Frankreich lebenden Kontrahenten zuließ. Mit viel Routine und genauen Treffern brachte Jimmy Kapanov seinen Sieg schließlich über die Zeit. In Gefahr geriet sein Erfolg auch in der Schlussphase des auf sechs Runden angesetzten Fights nicht.
Offizielles Urteil: Sieger Kapanov (einstimmig) nach Punkten
Fotos: Photo Wende