Deutsch English
18.01.2017
Top-Thema

Härtel und Bunn: Gegner fix!

Sauerland-Boxer im Länderkampf "Deutschland vs. Polen" am 21. Januar!

Zeuge boxt am 18. März!

WBA-Weltmeister bereitet sich auf erste Titelverteidigung vor

Top-Video
Video ansehen

 

 

NEWS
Sonntag, 2008-09-07

Berlin - der große Bericht

Elf Kampfpaarungen in der Max-Schmeling-Halle

Elf Kämpfe bei der Boxgala in Berlin: Die Zuschauer in der Max-Schmeling-Halle bekamen am Samstagabend spannende Aufeinandertreffen zu sehen - gekrönt durch den Sieg von Nikolai Valuev im Kampf um die WBA-WM im Schwergewicht gegen John Ruiz. Doch auch Francesco Pianeta glänzte beim Gewinn der EU-Meisterschaft gegen Scott Gammer. Nachfolgend die weiteren Fights im Überblick…
1. Kampf: Nikita Lukin (Ukraine) vs. Justin Savi (Benin)

Vor dem auf acht Runden angesetzten Kampf im Federgewicht galt der von Don King promotete Justin Savi als Favorit. Und der Mann aus dem westafrikanischen Benin wurde dieser Rolle gegen Nikita Lukin schnell gerecht. Mit vielen Führhänden und rechten Geraden setzte er den Kontrahenten unter Druck. Sein 25-jähriger Widersacher hielt zwar zwischenzeitlich mit vereinzelten Schlagkombinationen dagegen, doch seine Aktionen verpufften. Auch im zweiten Durchgang suchte Savi sein Heil in der Offensive. Spektakuläre Treffer gelangen ihm dabei recht selten. Da auch Lukin nicht gerade häufig mit seinen rechten Körperhaken zum Erfolg kam, blieb der Kämpfer aus Cotonou überlegen. In der sechsten Runde zeigten die Offensivbemühungen des 23-Jährigen dann erste Auswirkungen. Auf der einen Seite hinderte seinen Konkurrenten in dieser Phase ein Cut am linken Auge, der durch einen Treffer des Widersachers entstanden war. Außerdem machte dem Ukrainer offenbar auch das hohe Tempo seines Gegners mehr und mehr zu schaffen. Am Ende lag Justin Savi mit mit 80:72, 80:72 und 80:72 einstimmig nach Punkten vorne. Es war sein 18. Sieg im 18. Profikampf.
Offizielles Urteil: Sieger Savi (einstimmig) nach Punkten

2. Kampf: Marcos Hernandez (Dom. Rep.) vs. Nick Klappert (Deutschland)

Im Kampf gegen Marcos Hernandez konnte Nick Klappert erneut seine gute Form bestätigen. Nachdem sein Gegner zu Beginn des Aufeinandertreffens selbst versuchte, Akzente zu setzen, bekam der in Fürstenwalde aufgewachsene Halb-Mittelgewichtler das Geschehen immer besser in den Griff und übte selbst Druck aus. Am Ende der ersten Runde stellte der Deutsche den Kontrahenten mit einem Schlaghagel an den Seilen. Der Kämpfer aus der Dominikanischen Republik wirkte ein wenig angeschlagen und ging zu Boden. Ringrichter Leszek Jankowiak wertete die Situation jedoch nicht als Niederschlag. Gleich zu Beginn des zweiten Durchgangs traf der 25-jährige Klappert den Gegner mit einer linken Führhand durch die Deckung hindurch voll. Der 29-jährige Konkurrent schien daraufhin Probleme zu haben, sich auf den Beinen zu halten. Der von Otto Ramin gecoachte Halb-Mittelgewichtler erkannte das und setzte gnadenlos mit zwei harten rechten Geraden nach. Diese rüttelten den Gegner derart durch, dass der Referee einschritt und das Aufeinandertreffen nach17 Sekunden beendete. Damit war der siebte Sieg im siebten Profikampf für Nick Klappert perfekt.
Offizielles Urteil: Sieger Klappert durch technischen K.o. in der zweiten Runde

3. Kampf: Pavol Garaj (Slowakei) vs. Henry Weber (Deutschland)

Die Formkurve von Henry Weber zeigte auch an seinem 20. Geburtstag steil nach oben. Denn der Super-Mittelgewichtler ging gegen den Slowaken Pavol Garaj von Beginn an äußerst aggressiv zu Werke. Immer wieder drängte er den Widersacher mit der Linken zurück und brachte dann die rechte Schlaghand ins Ziel. Dabei legte der Schützling von Trainer Hartmut Schröder ein äußerst hohes Tempo vor. Zudem engte er immer wieder geschickt die Laufwege des Kontrahenten ein. Erst in der dritten Runde gelang es Garaj, mit Einzelaktionen häufiger dagegen zu halten. Doch Weber gab das Heft nicht aus der Hand. Im vierten Durchgang glänzte er mit einem krachenden rechten Aufwärtshaken zum Kinn des Gegners. Auch in der Folge machte der in Stralsund geborene Super-Mittelgewichtler weiter Druck. Sein 22-jähriger Kontrahent fand bis zur letzten Sekunde kein Mittel, der permanenten Offensive von Henry Weber Paroli zu bieten. Somit lag der Deutsche am Ende klar nach Punkten vorne und verbuchte den achten Erfolg im achten Profifight für sich.

Offizielles Urteil: Sieger Weber (einstimmig) nach Punkten

4. Kampf. Giuseppe Langella (Italien) vs. Frank Shabani (Deutschland)

Einen äußerst interessanten Fight bekamen die Zuschauer in Berlin im Weltergewicht zu sehen. In dem Aufeinandertreffen zwischen dem Lokalmatador Frank Shabani und Giuseppe Langella legten beide Gegner von der ersten Sekunde an ein hohes Tempo vor. Der Italiener, der im Oberkörper sehr beweglich wirkte, lauerte auf seine Chancen. Dabei versuchte er meistens, mit linken und rechten Aufwärtshaken zum Erfolg zu kommen. Doch die vielen, variablen Hände Shabanis schienen den 27-Jährigen mit fortlaufender Dauer zu zermürben. In der vierten Runde wurde die Dominanz des Schützlings von Trainer Otto Ramin noch größer, er punktete mit schnellen Kombinationen und linken Haken. Im sechsten Durchgang überraschte Langella den Lokalmatador allerdings mit einem rechten Seithaken. Deshalb drehte Shabani in der siebten Runde wieder mit schnellen Links-Rechts-Kombinationen auf. Im Schlussdurchgang drängte der 26-jährige Weltergewichtler auf eine vorzeitige Entscheidung. Immer wieder versuchte er, das Ringgefecht mit aggressiven Angriffsaktionen noch vor dem Ende der achten Runde zu entscheiden. Doch sein italienischer Kontrahent rettete sich über die Zeit. An der klaren Punktwertung zu Gunsten von Frank Shabani änderte dies aber nichts. Er lag am Ende einstimmig vorne.
Offizielles Urteil: Sieger Shabani (einstimmig) nach Punkten

5. Kampf: Santiago De Paula (Dom. Rep.) vs. Yoan Pablo Hernandez (Kuba)

Zurück zu alter Stärke, so lautete das Motto von Cruisergewichtler Yoan Pablo Hernandez vor dem Fight gegen Santiago De Paula. Gerade zu Beginn wurde der Rechtsausleger aus Kuba diesem Motto auch mehr als gerecht. Schnell verbuchte der 23-Jährige zwei Niederschläge für sich. Nachdem Hernandez seinen Gegner kurz vor dem Ende der ersten Runde mit einem krachenden rechten Aufwärtshaken erneut am Kinn traf und ihn wenig später mit einer Linken zum Kopf zum dritten Mal in den Ringstaub schickte, sah es nach einem schnellen Erfolg des von Ulli Wegner trainierten Cruisergewichtlers aus. Denn auch im zweiten Durchgang baute der IBF-Weltranglistenvierzehnte auf seine enorme Schlagkraft und brachte den 35-jährigen Kontrahenten mehrmals in Bedrängnis. Nach einer Linken am Ende des Durchgangs flog der Mundschutz von De Paula quer durch den Ring. Doch es war erkennbar, dass Hernandez in den ersten Runden zu viel Kraft gelassen hatte. Deshalb gelangen seinem Gegner ab dem dritten Durchgang einige gefährliche Angriffe. Da der Kämpfer aus der Dominikanischen Republik nach mehrmaligem Ausspucken seines Mundschutzes eine Verwarnung durch Ringrichter Leszek Jankowiak erhielt, lag Yoan Pablo Hernandez auf den Wertungszetteln der Punktrichter allerdings weiter deutlich in Führung. In der vierten Runde verlief der Fight ausgeglichen. Im fünften Durchgang gelang dem müde werdenden Kubaner dann aber ein harter linker Aufwärtshaken, der den Referee dazu bewegte, den Fight nach einer Minute und 14 Sekunden abzubrechen. Damit stand der Kämpfer von der Zuckerrohrinsel als vorzeitiger Sieger fest.
Offizielles Urteil: Sieger Hernandez durch technischen K.o. in der fünften Runde

6. Kampf: Cengiz Koc (Deutschland) vs. René Dettweiler (Deutschland)

In dem mit Spannung erwarteten Stallduell gegen René Dettweiler erwischte Cengic Koc den besseren Start und kam im Vorwärtsgang agierend schnell mit ersten harten Händen zum Kopf durch. Doch Dettweiler, der dem Gegner vor allem mit seinen linken Haken zum Körper die Luft nahm, hielt zeitweise gut dagegen. In der zweiten Runde agierte Koc erneut aggressiver. Der inzwischen von Oktay Urkal trainierte Schwergewichtler überbrückte immer wieder die Distanz zum Widersacher und brachte seine Hände ins Ziel. Dabei schlugen mehrmals die rechten Aufwärtshaken in der Nah- und Halbdistanz bei Dettweiler ein. Im vierten Durchgang verbuchte Koc zudem eine harte rechte Gerade für sich. Doch in der fünften Runde schienen die Kräfte beim 30-Jährigen etwas zu schwinden. Dettweiler fand dadurch besser in den Kampf. Der von Otto Ramin trainierte Rechtsausleger brachte jetzt häufiger seine Führhand ins Ziel. Auch einige linke Hände des 25-Jährigen trafen. Sein Gegner hielt aber weiterhin mit explosiven Aktionen dagegen. In der Schlussphase wurde das Geschehen im Ring zerfahrener. Da Dettweiler zuvor aufgekommen war, mobilisierte Koc in der achten Runde noch einmal alle Kräfte. Mit einem harten rechten Aufwärtshaken zum Kinn sorgte er noch einmal für eine sehenswerte Aktion. Am Ende reichte es für ihn zu einem knappen Punktsieg (76:76, 77:75 und 77:75). Damit baute er seine Profibilanz auf 24 Erfolge aus 27 Kämpfen aus.
Offizielles Urteil: Sieger Koc nach Punkten

7. Kampf: Jeremy Yelton (USA) vs. Dominik Britsch (Deutschland)

Jeremy Yelton hatte sich am Samstagabend offenbar eine Menge vorgenommen. Jedenfalls startete der Amerikaner recht aggressiv in den Kampf gegen Dominik Britsch. Mit der Führhand versuchte der 26-Jährige, Druck aufzubauen. Sein deutscher Gegner, der den Kontrahenten aus Forest City im US-Bundesstaat North Carolina vorher nie boxen sah, nutzte die Anfangsphase, um Yelton genauer zu analysieren. Doch Ende des ersten Durchgangs legte der in Neckarsulm aufgewachsene Mittelgewichtler los und wurde aktiver. Auch in der Schlussphase der zweiten Runde kam Britsch mit einem Schlaghagel zum Körper zu einer guten Aktion. Im dritten Durchgang steigerte der Schützling von Trainer Ulli Wegner weiter das Tempo. In dieser Phase stellten einige rechte Geraden den Kontrahenten aus den USA vor Probleme. Der Druck des Deutschen wurde immer größer. Doch Jeremy Yelton provozierte mehrfach durch geschicktes Abducken ein Eingreifen des Ringrichters und vermied somit einen Niederschlag. In der fünften Runde sorgte Dominik Britsch dann mit einem weiteren, kurzen Schlaghagel für die Entscheidung. Yelton sackte zu Boden, so dass Ringrichter Jan Christensen den Fight nach zwei Minuten und 44 Sekunden abbrach.
Offizielles Urteil: Sieger Britsch durch technischen K.o. in der fünften Runde

9. Kampf: Harold Sconiers (USA) vs. Andrey Fedosov (Russland)

Gegen den Amerikaner Harold Sconiers schien Andrey Fedosov von Beginn an auf einen schnellen Sieg aus zu sein. Schon nach wenigen Momenten nagelte der Russe den US-Kontrahenten mit harten linken und rechten Kopf- und Körperhaken für lange Zeit an den Ringseilen fest. Obwohl er dabei viel Kraft ließ, drängte er den Widersacher auch in der zweiten Runde zurück. Dabei deckte ihn der 22-jährige Schwergewichtler aus St. Petersburg mit harten rechten Händen ein. Sconiers versuchte zwar, ihn mit seiner Führhand auf Distanz zu halten, doch Fedosov schaffte es dennoch, mit Treffern aus allen Lagen Akzente zu setzen. Auch in der dritten Runde schlugen zahlreiche Hände beim 31-jährigen Amerikaner ein. Im vierten Durchgang beendete Ringrichter Leszek Jankowiak dann den ungleichen Fight, nachdem Andrey Fedosov an den Seilen erneut zu harten Treffern gekommen war. Damit war der Sieg des Russen nach zwei Minuten und 17 Sekunden in trockenen Tüchern.

Offizielles Urteil: Sieger Fedosov durch technischen K.o. in der vierten Runde

11. Kampf: Dominique Alexander (USA) vs. Kali Meehan (Australien)

Zum Abschluss des Abends präsentierte sich mit dem WBA-Weltranglistendritten Kali Meehan noch ein weiterer Top-Schwergewichtler im Ring der Max-Schmeling-Halle. Und der Australier zeigte in dem auf zehn Runden angesetzten Fight von Beginn an, dass er nicht nach Deutschland gekommen war, um sich von seinem Gegner vorführen zu lassen. Von der ersten Sekunde an übernahm er die Ringmitte und drängte seinen 25-jährigen Kontrahenten Dominique Alexander zurück. Doch der Schwergewichtler aus den USA agierte sehr beweglich und ließ zunächst nur wenige, zählbare Aktionen zu. Am Ende der zweiten Runde schien Meehan dann aber endgültig seinen Rhythmus gefunden zu haben. Mit schnellen Händen schickte der 38-Jährige den Amerikaner zu Boden. Ringrichter Fabian Guggenheim zählte Alexander daraufhin zunächst an und schließlich aus. Damit stand Kali Meehan nach zwei Minuten und 45 Sekunden der zweiten Runde als K.o.-Sieger fest. Für den Australier bedeutete dies den 35. Erfolg im 38. Profikampf.
Offizielles Urteil: Sieger Meehan durch K.o. in der zweiten Runde
Fotos: SE