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Sonntag, 2006-10-29

Berbick ermordet

Der Ex-Weltmeister war der letzte Gegner Muhammad Alis


Trevor Berbick vs. Muhammad Ali
Der ehemalige Schwergewichts-Boxweltmeister Trevor Berbick aus Jamaika ist ermordet worden. Seine Leiche wurde am Samstag mit schweren Schlagwunden am Kopf auf dem
Gelände einer Kirche in Kingston entdeckt. Genauere Ursachen für das
Verbrechen sind nach Angaben der Polizei vom Sonntag noch nicht
bekannt. Berbick hatte im Dezember 1981 durch einen Punktsieg die Karriere
von Muhammad Ali beendet. Von März bis November 1986 war er selbst
Weltmeister des Verbandes WBC, ehe er von Mike Tyson entthront wurde.
Berbick kämpfte von 1976 bis 2000 und feierte dabei 50 Siege bei elf
Niederlagen und einem Unentschieden. Nach offiziellen Angaben wurde
er 52 Jahre alt. Berbick galt als Bindeglied zwischen dem Ende der Ära von Ali und
dem Beginn des Siegeszugs von Tyson. Bereits bei den Olympischen
Spielen 1976 in Montreal war er durch seine enorme Schlagkraft und
Beweglichkeit aufgefallen.

Trevor Berbick vs. Mike Tyson
Nur ein paar Wochen nach Olympia entschied
sich Berbick für eine Profi-Karriere. Im März 1986 wurde er nach
einem Punktsieg gegen Pinklon Thomas sogar WBC-Champion. Allerdings
verlor er den Gürtel bereits am 22. November 1986, als er eine
bittere K.o.-Niederlage in der zweiten Runde gegen den damals 20
Jahre alten Tyson kassierte. Tyson ging dadurch als bisher jüngster
Schwergewichts-Champion in die Geschichte ein.
Nach der Niederlage gegen Tyson begann Berbicks Abstieg. Immer
wieder geriet er mit dem Gesetz in Konflikt. 1991 war er zum ersten
Mal straffällig geworden, weil er seinen Manager mit einer Pistole
bedroht und Geld von ihm gefordert hatte. Ein Jahr später wurde er
wegen der Vergewaltigung der Babysitterin seiner Kinder zu vier
Jahren Gefängnis verurteilt. Dazu kam eine Anklage wegen
Unterschriftenfälschung. Zuletzt hatte sich Berbick durch Boxcamps in
Trinidad über Wasser gehalten.