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Sonntag, 2010-03-28

Aufgabe durch Kretschmann

Kretschmann musste sich wieder geschlagen geben (Foto: Arena)

Druck für Deutschen offenbar zu groß - zweite Niederlage im 16. Profifight

Die Profikarriere von Steffen Kretschmann scheint beendet. Der 29-jährige Schwergewichtler aus Halle an der Saale kassierte am Samstagabend auch im Rematch gegen den Russen Denis Bakhtov, der ihn bereits im Juni letzten Jahres in Völklingen besiegt hatte, eine vorzeitige Niederlage. Der Deutsche gab in der Sporthalle Hamburg im Kampf um die PABA-Meisterschaft nach 46 Sekunden der neunten Runde auf.

Nachdem Kretschmann das erste Duell der beiden Kontrahenten durch technischen K.o. in der ersten Runde verloren hatte, sollte es beim erneuten Aufeinandertreffen zunächst deutlich besser laufen. Der an Reichweite eindeutig überlegene Rechtsausleger dominierte das Geschehen im Ring mit seiner Führhand klar. Sein 30-jähriger Kontrahent hielt mit überfallartigen Angriffen zunächst nur vereinzelt dagegen.

Nachdem der deutsche Schwergewichtler die ersten drei Durchgänge bestimmt hatte, kam Denis Bakhtov immer mehr auf. In der sechsten Runde dann der nächste Schock: Nach einem Körpertreffer musste Kretschmann angezählt werden. Doch noch im gleichen Durchgang sprach Ringrichter Heinrich Mühmert eine Verwarnung wegen Schlagens auf den Rücken gegen den Widersacher aus St. Petersburg aus.

In der Folge wirkte Kretschmann verunsichert. Im neunten Durchgang drehte er sich, nachdem er getroffen wurde, ab. Daraufhin wurde er angezählt. Wenig später signalisierte er die Aufgabe. Die Urteilsverkündung ließ aber eine ganze Weile auf sich warten. Da Bakhtov am Ende des Kampfes nachgeschlagen hatte, lag kurzzeitig sogar eine Disqualifikation in der Luft. Doch letztendlich siegte die Gerechtigkeit - technischer K.o.-Erfolg für den Russen.

Mehr Grund zur Freude als Steffen Kretschmann hatte Yuriorkis Gamboa. Der WBA-Weltmeister im Federgewicht gewann gegen den Argentinier Jonathan Victor Barros einstimmig nach Punkten (116:111, 118:109 und 118:109). Damit verbuchte der Kubaner in Hamburg den 18. Sieg im 18. Profikampf für sich. Sein 26-jähriger Herausforderer musste sich im 30. Fight als Berufsboxer zum ersten Mal geschlagen geben.

Dabei bestimmte der Titelverteidiger das Geschehen im Ring zunächst über weite Strecken deutlich. In der achten Runde ging Barros zu Boden. Doch er rappelte sich wieder auf und setzte den Kampf fort. Im zehnten Durchgang kassierte Gamboa einen stark blutenden Cut zwischen den Augen. In der Schlussphase wirkte er nicht mehr so überzeugend, wie noch zu vor. Am klaren Punktsieg änderte dies allerdings nichts.