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Montag, 2002-06-10

Alles über Lennox Lewis

Die Karriere des Champions: Die sportliche Biografie von Lennox Lewis

"Und der Sieger heißt einstimmig nach Punkten der neue uneingeschränkte Schwergewichtschampion der Welt...Lennox Lewis!" 6.500 britische Zuschauer bejubelten am 13. November 1999 in Las Vegas ihren Landsmann bei seiner Krönung zum Weltmeister der Verbände IBF, WBA und WBC. Über 100 Jahre musste das Mutterland des modernen Boxsports darauf warten, ehe es wieder einen uneingeschränkten Champion im Schwergewicht in seinen Reihen hatte. Im Jahre 1897 feierte England Bob Fitzsimmons als letzten Weltmeister im Schwergewicht.

Es war der zweite Kampf gegen Evander Holyfield aus den USA, der den Briten endlich verdient auf den Thron der Königsklasse brachte. Schon acht Monate zuvor im ersten Aufeinandertreffen der beiden Kontrahenten sahen viele Lewis als den klaren Sieger, doch der Kampf wurde als Unentschieden gewertet.
Die sportliche Biografie von Lennox Lewis:
Am 2. September 1965 erblickte Lennox Lewis in London das Licht der Welt. Er wuchs als Kind jamaikanischer Eltern in schwierigen sozialen Verhältnissen auf. 1977 wanderte seine Mutter mit ihm nach Kanada aus, nachdem der Vater die Familie früh verlassen hatte. In einer kanadischen Boxschule erlernte er das Boxhandwerk, das ihn 1983 in der Dominikanischen Republik zu seinem ersten großen Erfolg führte: Junioren Weltmeister! 1988 gelang ihm in Seoul mit dem Olympiasieg im Super-Schwergewicht gegen Riddick Bowe, der später Weltmeister bei den Profis werden sollte, die Krönung seiner Amateurlaufbahn.

1989 wechselte Lewis ins Profilager und kehrte in sein Geburtsland England zurück. Seinen ersten Profikampf bestritt er am 27. Juni gegn Al Malcolm, den er in der zweiten Runde durch technischen K.o. bezwang. Schon in seinem 14. Kampf holte er sich am 31. Oktober 1990 gegen den damaligen Champion Jean Chenet aus Frankreich den Europameistertitel im Schwergewicht.

Der 31. Oktober sollte ein gutes Datum für Lewis bleiben. Nach seinem Trainerwechsel im Jahre 1992, als der frühere Coach von Boxlegende Sugar Ray Leonard, Pepe Correa, John Davenport ablöste, gewann er an eben jenem Tag im Jahre 1992 den WBC-WM-Ausscheidungskampf gegen Donovan "Razor" Ruddock durch technischen K.o. in der zweiten Runde. George Foreman prophezeite: "Dieser Junge wird einmal Weltmeister werden."
Lewis wird kampflos Weltmeister
Und er sollte Recht behalten. Denn wenig später war Lewis durch eines der kuriosesten Ereignisse des Boxsports kampflos WBC-Weltmeister geworden. Was war geschehen? Riddick Bowe, den Lewis vier Jahre zuvor im Olympischen Finale durch technischen K.o. in der zweiten Runde bezwang, war in einem großen Kampf gegen Evander Holyfield im November 1992 Weltmeister aller Verbände geworden. Der Weltverband WBC drängte Bowe zu einer Titelverteidigung gegen den offiziellen Herausforderer Lewis, der Amerikaner lehnte das Begehren des WBC ab und warf den WM-Gürtel vor laufenden Kameras in eine Mülltonne. Angesichts der Stärke des Briten, zog es Bowe vor, diesem aus dem Weg zu gehen.
Im Januar 1993 ernannte das WBC Lewis zum neuen Weltmeister. Im Mai folgte der erste WM-Kampf für den frisch gekürten Champion. Dem früheren IBF-Weltmeister Tony Tucker ließ er in Las Vegas keine Chance und gewann nach Punkten. Tucker war in dem Kampf in der dritten und in der neunten Runde zu Boden gegangen. Im Oktober folgte die zweite Titelverteidigung. Diesmal fand der Kampf in Großbritannien statt. In Cardiff, Wales, sahen die Zuschauer allerdings sechs Runden lang einen ganz schwachen Weltmeister gegen seinen Landsmann Frank Bruno, ehe Lewis aufwachte und Bruno durch technischen K.o. in der siebten Runde bezwang.

Die erste Niederlage

Nach einer weiteren Titelverteidigung gegen Phil Jackson traf er im September 1994 im Wembley Stadion in England auf Oliver McCall aus den USA, der aufgrund seiner zuvor erlittenen fünf Niederlagen als krasser Außenseiter galt. Doch McCall erwischte Lewis nach nur 3:30 Minuten des Kampfes so schwer am Kinn, dass der Fight in der zweiten Runde abgebrochen werden musste. Es war im 26. Kampf die erste Niederlage für Lewis.

1996: WBC will Kampf gegen Tyson

Danach wechselte der Brite erneut seinen Trainer. Mit Emanuel Steward ebnete sich Lewis in der darauffolgenden Zeit den Weg zurück zur Weltspitze. Mit Siegen über Gegner wie Ex-WBO-Champion Tommy Morrison und Ray Mercer qualifizierte er sich für ein erneutes Duell um den WM-Gürtel. Im September 1996 hatte das WBC Mike Tyson zum Kampf gegen den offiziellen Herausforderer Lennox Lewis aufgerufen. Tyson hatte sich zuvor im dritten Kampf nach der Verbüßung einer vierjährigen Haftstrafe den Titel gegen Frank Bruno geholt.
Das Management von Lewis gab Tyson gegen eine Zahlung von vier Millionen US-Dollar für den Kampf um die WBA-Weltmeiterschaft gegen Bruce Seldon frei. Doch direkt nach seinem Sieg über Seldon musste Tyson den WBC-Gürtel zurückgeben, da das WBC der Ansicht war, dass Tyson sich weigerte gegen den offiziellen Herausforderer Lewis zu boxen.

Lewis holt sich den Titel zurück
Am 7. Februar 1997 holte sich der Brite den vakant gewordenen Gürtel des WBC in einem Aufsehen erregenden Kampf gegen Oliver McCall zurück, den einzigen Boxer, der ihn bis dato jemals bezwungen hatte. Der Amerikaner weigerte sich in der fünften Runde weiter zu boxen und ging heulend und völlig entnervt im Ring umher. Lewis war wieder Weltmeister.
Nach weiteren vorzeitigen Siegen über Henry Akinwande, Andrew Golota und Shannon Briggs traf Lewis auf den Europameister und offiziellen Herausforderer Zejlko Mavrovic vom Sauerland-Team. Nach seinem WM-Sieg gegen Tony Tucker im Jahre 1993 am 26. September 1998 musste Lewis erst zum zweiten Mal in seiner Profikarriere über die volle Distanz von zwölf Runden boxen. Zwar besiegte er den Kroaten einstimmig nach Punkten, doch hatte der Champion größere Mühe als erwartet. Mavrovic beendete danach seine Karriere.
Titelvereinigung gegen Holyfield
Seit 1997 gab es nur einen anderen großen Champion im Boxsport: Evander Holyfield, der sich November 1996 den WBA-Titel von Mike Tyson holte und seinem Landsmann Michael Moorer (1996 WM-Sieger gegen Axel Schulz in Dortmund) im November 1997 den IBF-Gürtel abnahm.
1998 scheiterten noch die Verhandlungen zu einem Titelvereinigungskampf zwischen Lewis und Holyfield, doch am 13. März 1999 im Madison Square Garden in New York war es dann soweit. Es sollte der Schwergewichtschampion des ausgehenden Milleniums gekürt werden.
Der Kampf konnte jedoch in keiner Phase die hohen Erwartungen der Boxsportfans auf der ganzen Welt erfüllen. Der von beiden Kontrahenten pomadig geführte Kampf wurde zwar von Lewis mit seinem Jab kontrolliert, doch keiner der beiden Boxer konnte wirklich Akzente setzen. Als nach zwölf Runden die offizielle Punktwertung "Unentschieden" bekannt gegeben wurde, vermuteten nicht wenige einen weiteren Skandal im Boxsport, denn Lewis konnte zwar keinen richtigen Schlag ins Ziel bringen, hatte aber dennoch den Kampf dominiert, was auch die Statistik belegte: Die Computerwertung ergab 348 zu 140 Treffer für Lewis.
Holyfield vs Lewis Teil II
In Folge des Skandals beraumten die Manger der Athleten und die Weltverbände einen direkten Rückkampf an, zumal man ein zweites Mal in der damals sonst eher farblosen Schwergewichtsszene richtig Kasse machen konnte. Das erneute Duell bekam den Titel "Auf der Suche nach der Wahrheit: Ein unerledigtes Geschäft" und fand am 13. November in Las Vegas statt. Doch auch in diesem Kampf blieben die Athleten den Beweis ihrer Dominanz im Schwergewicht für die Boxfans schuldig. Nach zwölf Runden hatten dieses Mal die Punktrichter Lewis knapp auf ihren Zetteln vorne. Holyfield protestierte, aber Lennox Lewis war Schwergewichtsweltmeister aller bedeutenden Verbände.
Lewis wird der WBA-Gürtel aberkannt
Doch die Freude über die drei WM-Gürtel sollte nicht lange währen. Der offizielle Herausforder der WBA, John Ruiz, klagte im April 2000 vor einem US-Bezirksgericht erfolgreich auf seine Chance, um den Titel zu boxen. Lewis wurde der Gürtel entzogen, da er zuerst gegen die Nummer eins der WBC-Weltrangliste, Michael Grant aus den USA, am 29. April 2000 antrat. Er bezwang den bis dato als große Schwergewichtshoffung geltenden und ungeschlagenen Grant durch K.o. in der zweiten Runde.

K.o. in Südafrika: Die zweite Niederlage
Es folgten im selben Jahr Siege gegen Francois Botha aus Südafrika (K.o. in Runde zwei) und gegen den starken Puncher David Tua aus Neuseeland (einstimmig nach Punkten). Am 22. April 2001 verlor er dann völlig überraschend im Spielerparadies "Carnival City" in Brakpan, Südafrika, gegen den Amerikaner Hasim Rahman seine beiden verbliebenen WM-Gürtel des WBC und der IBF durch eine K.o.-Niederlage in Runde fünf. Lewis hatte den Kampf bis dahin klar dominiert und wurde durch einen "Lucky Punch" seines Gegners auf die Bretter geschickt. Es war die zweite Niederlage in seiner Karriere. Und zum zweiten Mal war es ein Schlag auf sein Kinn, der ihn außer Gefecht setzte.

Die Revanche
Am 17. November des vergangenen Jahres holte sich Lewis seine Titel souverän zurück. Im Rückkampf gegen Rahman in Las Veagas ließ er seinem Gegner dieses Mal keine Chance und siegte seinerseits durch K.o. in der vierten Runde. Lewis war zum dritten Mal Weltmeister geworden.
Die Bilanz
Lennox Lewis hat 39 seiner Kämpfe gewonnen, davon 30 vorzeitig. Er musste zweimal den Ring als Sieger verlassen. Ein Kampf wurde mit einem Unentschieden gewertet. Der Brite bestritt 16 WM-Kämpfe, von denen er 13 gewann, 8 davon vorzeitig. Ein WM-Kampf wurde mit einem Remis gewertet.