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Donnerstag, 2002-05-23

Ali kommt nach Riesa

Muhammad Ali will am 28. Juni zur Deutschland-Premiere des Films "Ali" persönlich erscheinen

Der heute 60-jährige Muhammad Ali wird der Sportstadt Riesa einen Besuch abstatten. Wie Wolfram Köhler, Oberbürgermeister der Stadt Riesa gegenüber boxen.com bestätigte, werde der wohl größte Boxer aller Zeiten am 28. Juni zur Deutschland-Premiere der autobiografischen Verfilmung über sein Leben im Sächsischen erwartet. Der ehemalige Schwergewichtschampion aus Louisville freue sich sehr, zu diesem Anlass nach Deutschland zu kommen. "Ali hatte immer eine herzliche Beziehung zu den Deutschen," ließ Tom Löffler aus dem Management Alis verlauten.
Der Film "Ali" handelt von den ereignisreichsten Jahren des Schwergewichtschampions. Im Film wird Ali von US-Star Will Smith ("Independence Day") verkörpert. Der Film von Regisseur Michael Mann startete am 25. Dezember in den US-Kinos. Die Produktionskosten sollen sich auf knapp 120 Millionen Euro belaufen haben. Zu der Filmpremiere in Riesa werden auch Max Schmeling, Henry Maske und Karl Mildenberger als Gäste eingeladen.
Der 60. Geburtstag des an der Parkinsonschen Krankheit leidenden, einstigen Box-Weltmeisters im Schwergewicht wurde am 17. Januar diesen Jahres gefeiert. Aus diesem Anlass lud Hollywood zu einer glamourösen und prunkvollen Geburtstagsparty ein. Dabei standen weniger der Sport, als vielmehr das Musik- und Filmbusiness sowie die beeindruckende Show im Vordergrund. Neben zahlreichen Freunden, Verwandten und Bekannten gaben sich auch Paul Simon, Nathalie Cole, Mariah Carey, John Travolta, Sylvester Stallone, Will Smith und viele andere bekannte Prominente im "Grand Ballroom" des Kodak Theaters die Ehre.

Das Fundament für Alis außergewöhnlichen Status ist natürlich die sportliche Laufbahn. Es folgt eine kurze Übersicht über entscheidende Ereignisse seines Lebens:
Olympiasieger 1960 in Rom im Halbschwergewicht
Jüngster Schwergewichts-Weltmeister aller Zeiten mit dem T.K.o.-Sieg 1964 über den unbezwingbar scheinenden Sonny Liston
1974 im "Rumble in the Jungle" in Kinshasa/Zaire nach sensationellem K.o.-Sieg über Knockouter und Titelverteidiger George Foreman zum zweiten Mal Weltmeister aller Klassen
Punktsieg in der Revanche gegen Leon Spinks 1978 - schließlich der Erste, der dreimal die Schwergewichts-Krone gewann
Mit seinen häufig zielgenauen Prophezeiungen über den Ausgang seiner Kämpfe ("They all fall in the round I call") verblüffte er die Medien und Fans. Er begeisterte die Massen mit seinen Sprüchen und Reimen oder den Tiraden gegen seine Gegner.
Doch der selbsternannte "Größte" und "Schönste" spaltete auch die Nation. Mit seinem Übertritt zum Islam und den Black Muslims nach dem ersten Fight gegen Liston 1964 löste der als Cassius Marcellus Clay in Louisville/Kentucky geborene Ausnahmeboxer öffentliche Kontroversen aus.
Wegen seiner Wehrdienstverweigerung aus religiösen Gründen und der öffentlichen Kritik am Vietnamkrieg wurde Ali im reaktionären weißen Amerika zum meist gehassten Mann der Nation. Die Retourkutsche kam mit der Aberkennung seines WM-Titels 1967 und des Einzugs seiner Profibox-Lizenz.
Zudem drohten im Gefängnis von bis zu fünf Jahren. Aus Enttäuschung schleuderte Ali seine Goldmedaille von Rom in den Ohio River. Nach drei Jahren erhielt Ali seine Lizenz zurück. 1971 hob der oberste Gerichtshof der USA auch das Urteil gegen ihn auf. Schon damals hatte er den Status einer lebenden Legende.
Der "Thrilla in Manila" 1975, der dritte Fight gegen Joe Frazier, war für Ali der letzte wirklich große Kampf. Beide Fighter lebten nur von ihrem Willen, der von Ali siegte. In der Pause zur 15. Runde wurde der völlig zugeschwollene Frazier von seiner Ecke aus dem Fight genommen. Die beiden Erzrivalen mussten drei Wochen ins Krankenhaus. "Es war nahe am Tod", sagte Ali nach der Schlacht.
Es folgte der Rücktritt nach dem Sieg gegen Spinks 1978 und die Rückkehr 1980 gegen seinen ehemaligen Sparringspartner Larry Holmes, von dem er bitter verprügelt wurde. Ali ließ sich nicht belehren, kam gegen Trevor Berbick 1981 nochmals zurück und verlor ebenfalls. Die Diskussionen, ob seine Krankheit (Parkinsonsches Syndrom) durch diese unnötigen Fights begünstigt wurde, halten immer noch an.
Der neunfache Vater verbringt auf seiner Farm in Michigan zusammen mit Ehefrau Lonnie ein zufriedenes Leben. Er setzt sich für Minderheiten ein, besucht Bedürftige in aller Welt und versucht, in politischen Konflikten zu vermitteln, wie 1991 in der Irak-Krise. 1996 in Atlanta wurde ihm die Ehre zuteil, das Olympische Feuer zu entzünden. Auch beim Fackellauf für die Olympischen Winterspiele in Salt Lake City im Februar diesen Jahres hielt er die Fackel in seiner Hand.