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Sonntag, 2009-03-15

Abraham und Braekhus mit klaren Punktsiegen

King Arthur feierte den 29. Sieg im 29. Kampf (Foto: SE)

King Arthur schlägt Simon! Historischer Erfolg für First Lady!

Riesenstimmung in der ausverkauften Sparkassen-Arena: 7.000 Zuschauer bejubelten an der Ostsee nicht nur einen packenden Punktsieg von IBF-Weltmeister King Arthur Abraham, sondern auch den historischen Auftritt von Cecilia Braekhus. Die First Lady machte ihrem Namen alle Ehre und gewann als erste Sauerland-Boxerin die Weltmeisterschaft. Kurz danach begeisterte King Arthur seine Fans mit einem klaren Erfolg über den starken Amerikaner Lajuan Simon, der unglaubliche Nehmerqualitäten bewies.  

Der Champion nimmt Maß  

Vor einem Jahr hatte King Arthur an gleicher Stelle den Amerikaner Elvin Ayala in der 12. Runde ausgeknockt. Fast wäre dessen Landsmann Simon ein ähnliches Schicksal widerfahren. Während des gesamten Kampfverlaufes musste er hammerharte Treffer wegstecken. In Runde drei schickte ihn King Arthur mit einer Kombination sogar auf die Bretter. Auch später wackelte Simon mehrmals, fiel aber nicht. "Ich war überrascht, wie viel er einstecken konnte", zollte King Arthur seinem Gegner Respekt. "Er hat sich tapfer geschlagen. Ich hätte natürlich lieber durch K.o. gewonnen, aber jeder Sieg ist schön. Es hat eine Menge Spaß gemacht, vor diesem tollen Publikum zu boxen." 

In Runde drei machte Simon Bekanntschaft mit dem Ringboden  

Jedes Mal, wenn King Arthur zu seinen berüchtigten Schlagserien ansetzte, brandete ohrenbetäubender Jubel auf. In der zweiten Runde deutete Abraham erstmals an, was in ihm steckt. Als Simon in der dritten Runde zu Boden ging, rechneten viele bereits mit einem schnellen Ende. Doch der Mann aus Philadelphia berappelte sich und schlug zurück. Auch in Runde fünf landete Abraham harte Körper- und Kopftreffer, aber Simon rettete sich über die Zeit. "Es war wirklich ein harter Kampf", so der Herausforderer. "Abraham hat gut geboxt, aber ich habe dagegengehalten. Ich bin zufrieden mit meiner Leistung – auch wenn es nicht ganz gereicht hat."  

Simon bewies Nehmerqualitäten  

In der zweiten Kampfhälfte wurde Simon aktiver, konnte aber Abraham mit Ausnahme von zwei harten Linken in der achten Runde kaum gefährden. "Da hat Arthur seine ganze Klasse gezeigt", lobte Trainer Ulli Wegner hinterher. "Mit wie viel Cleverness und Erfahrung er Situationen meistert, in denen es auch mal brenzlig wird, das ist schon beeindruckend. Und wie er in den letzen Runden noch einmal auf den K.o. gegangen ist, war klasse." In der Tat: Nach einer kurzen Verschnaufpause deckte King Arthur seinen Gegner in den letzten beiden Runden noch einmal mit furiosen Schlaghageln ein. Gleich mehrere harte Rechte und Linke schüttelten Simon, dessen linkes Auge längst stark geschwollen war, durch.  

Der Champion wurde vom Publikum gefeiert  

Der Amerikaner rettete sich jedoch über die Zeit. 118-109, 117-110 und 117-110 lautete das eindeutige Urteil der Punktrichter. "Alle Achtung – Simon hat unglaublich viel eingesteckt und einen tollen Kampf geboten", fügte Wegner hinzu. "Ich hatte nicht umsonst vor diesem Gegner gewarnt. Aber ich bin stolz auf Arthur. Dieser Kampf wird ihn in seiner Entwicklung ein großes Stück nach vorne bringen." Als nächstes soll der ungeschlagene Champion seinen Titel in den USA verteidigen. "Wir arbeiten weiter daran, für Arthur große Kämpfe in den USA zu organisieren", so Manager Wilfried Sauerland.  

Die First Lady ließ ihrer Gegnerin keine Chance 

Den größten Kampf ihrer Karriere machte am Samstagabend indes Cecilia Braekhus. Vor den Augen von Millionen von TV-Zuschauern sicherte sich die exotische Schönheit mit einem klaren Punktsieg über Vinni Skovgaard die Weltmeistergürtel der WBA und des WBC. Es war ein doppeltes Debüt: Noch nie zuvor hatte die ARD eine Frauen-WM übertragen. Denn noch nie zuvor hatte es in der 30-jährigen Geschichte des Sauerland-Teams eine Boxerin – geschweige denn eine Weltmeisterin - gegeben. "Ich bin überglücklich", strahlte die Norwegerin hinterher. "Ich wollte heute unbedingt für mein Team gewinnen. Ich bin sehr dankbar, als erste Boxerin diese Chance bekommen zu haben. Bei der tollen Unterstützung konnte ich einfach nicht verlieren."  

Braekhus boxte sehr variabel  

Von der ersten Sekunde an dominierte die First Lady das Geschehen. Dank ihrer Schnellig- und Beweglichkeit setzte sie Skovgaard immer wieder unter Druck. Die beiden Kontrahentinnen, die sich bereits während ihrer Amateurzeit gegenübergestanden hatten, schenkten sich nichts. Doch bei fast allen Schlagabtäuschen war es Braekhus, die das bessere Ende für sich hatte. Mit zunehmender Dauer des Kampfes fanden auch ihre Linken und Rechten öfter ihr Ziel. 98-92 und zweimal 96-94 lautete am Ende des Urteil der Punktrichter. "Wir sind sehr stolz auf Cecilia und freuen uns, endlich einen weiblichen Champion im Team zu haben", so Sauerland-Geschäftsführer Chris Meyer. "Wir wussten von Anfang an, wie viel Potential in ihr steckt." 

Das Erfolgsduo (Fotos: SE und Photo Wende) 

Nach der Urteilsverkündung kannte die Freude dann keine Grenzen mehr. Mit Tränen in den Augen dankte die First Lady noch im Ring den Fans für die tolle Unterstützung – und zwar in deutscher Sprache. "Das war ein harter Kampf", jubelte sie. "Vinni war eine starke Gegnerin, doch ich war besser." Nach ihrem elften Sieg im elften Kampf liegt der Skandinavierin, die in Norwegen schon längst eine Berühmtheit ist und auch dieses Mal wieder von einer Heerschar an Reportern begleitet wurde, die Boxwelt zu Füßen. "An ihr werden wir noch viel Freude haben", so Trainer Ulli Wegner.