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Mittwoch, 2011-05-11

Abraham im Interview

Arthur Abraham

Arthur Abraham wirkt zuversichtlich (Fotos: SE)

King Arthur: "Auf einen Schlag kann sich alles ändern"

In der Nacht von Samstag auf Sonntag geht es für King Arthur unter freiem Himmel im Home Depot Center um alles: Mit einem Sieg über Andre Ward kann der Schützling von Ulli Wegner die Vergangenheit hinter sich lassen, ins Super-Six-Finale einziehen und endlich wieder Weltmeister werden. Um nichts dem Zufall zu überlassen, befinden sich Abraham und Wegner bereits seit zehn Tagen in Kalifornien. Bevor es am Wochenende ernst wird, stand uns Arthur Abraham Rede und Antwort.

Herr Abraham, eine lange und anstrengende Vorbereitung neigt sich dem Ende entgegen. Am 1. Mai sind Sie nach Amerika geflogen. Wie haben Sie sich eingelebt?

Arthur Abraham: Wir haben uns hier gut akklimatisiert. Die ersten zwei, drei Tage waren wirklich hart, da bin ich mitten in der Nacht aufgewacht. Den Jetlag  haben wir aber mittlerweile gut abgeschüttelt und uns an die Zeitumstellung gewöhnt. Das Klima hier ist sehr angenehm. Ich freue mich auf Samstag.

Wie sieht Ihr Tagesablauf jetzt aus?

Arthur Abraham: Schlafen, Essen, Training - das ist alles, was jetzt auf dem Programm steht. Für andere Dinge ist nach dem Kampf Zeit. Am Wochenende waren wir auf Einladung von SHOWTIME beim Pacquiao-Mosley-Kampf in Las Vegas. Dort waren alle Super-Six-Halbfinalisten. Das war eine gute Abwechslung vom Trainingsalltag. Am Sonntag sind wir wieder zurückgeflogen. Von Los Angeles habe ich noch gar nichts gesehen. Das will ich jetzt auch nicht. Meine ganze Konzentration gilt Andre Ward.

Ward ist seit vielen Jahren als Amateur und Profi ungeschlagen. Er ist Olympiasieger und hat das Super-Six-Turnier dominiert. Für viele ist er der haushohe Favorit. Wie gehen Sie damit um?

Arthur Abraham: Das ist mir total egal. Am Anfang des Turniers hatten alle auf Kessler gesetzt. Dann habe ich in der ersten Turnierrunde Jermain Taylor k.o. geschlagen und war auf einmal der Favorit auf den Gesamtsieg. Nun ist es halt mal Ward. Aber nur bis Samstag. Dann werden die Karten neu gemischt! Das ist doch das Schöne im Boxen. Auf einen Schlag kann sich alles ändern. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Das klingt so, als ob Sie sich wieder einmal auf ihre Schlagkraft verlassen wollen?

Arthur Abraham: Nein. Ich bin körperlich sehr gut in Form. Durch den Kampf gegen Bozic im Februar habe ich meinen Rhythmus beibehalten können. Mit meinem Trainer Herrn Wegner habe ich eine gute Strategie entwickelt. Ich muss aktiver sein als zuletzt, von Anfang an Druck machen und Ward zermürben. Und das werde ich tun.

Was für einen Kampf können die Fans am Samstag erwarten?

Arthur Abraham: Es wird auf jeden Fall ein Kampf auf Biegen und Brechen. Für mich geht es um alles. Ich kann hier Großes vollbringen: Meine Fans versöhnen, ins Super-Six-Finale einziehen und endlich wieder Weltmeister werden - der erste deutsche Weltmeister seit Schmeling, der in Amerika den Titel holt. Das ist etwas, an das sich die Leute lange erinnern werden.