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Samstag, 2005-12-03

4. Kampf für Hernandez

Kuba-Flüchtling eröffnet die Boxgala in Leipzig


Yoan Pablo Hernandez wird die Profiboxgala am 10. Dezember in der ArenaLeipzig eröffnen. Die mitteldeutsche Region hat für den 21jährigen eine besondere Bedeutung – hier änderte sich vor einem halben Jahr sein Leben. Der Juniorenweltmeister und Olympiateilnehmer setzte sich nach dem Chemiepokal in Halle/Saale von der kubanischen Nationalmannschaft ab und blieb in Deutschland.
Wer weiß, wie man in Kuba über "Flüchtlinge", also "Regime-Gegner" denkt, kann abschätzen, was dieser Schritt für den gerade mal 21jährigen bedeutet. "Schon als ich in Kuba in den Flieger stieg, wusste ich: Diesmal tue ich es. Alles hatte ich mir schon seit einem Jahr überlegt. Meiner Mutter sagte ich es am Telefon. Aus Halle rief ich sie an. Sie hatte vorher nichts gewusst." Seine Mutter und auch seine Geschwister wird Pablo lange nicht mehr wieder sehen. Aber er wird ihnen helfen, seine Liebe aus der Ferne zeigen. Durch Geld.

Ulli Wegner und Yoan Pablo Hernandez im Max-Schmeling-Gym
Denn hier in Deutschland winkt ihm eine goldene Zukunft als Profiboxer. Sein Management brachte ihn zum Sauerland-Team. Dort nahm ihn kein geringerer als Ulli Wegner unter seine Fittiche. "Der Junge kann alles werden, ganz nach oben kommen. So ein schöner Kerl, soviel Talent!" schwärmt der Cheftrainer über Rechtsausleger Hernandez.
Und "Pablo" demonstrierte in seinen ersten beiden Profikämpfen schon eindrucksvoll seine Klasse. Im ICC Berlin gab er am 3. September sein glänzendes Profidebut. Nicht einmal zwei Runden brauchte er für den Tschechen David Vicena. Insgesamt drei Niederschläge – unmittelbar vor dem Schlussgong der 2. Runde hatte Vicena genug und der Ringrichter genug gesehen – Abbruch wegen Überlegenheit.

Nur eine Woche später stieg Cruiser Hernandez schon wieder in den Ring und besiegte den Tschechen Vladislav Druso in der 1. Runde. Allerdings musste er dabei die Erfahrung machen, dass Boxen ohne Kopfschutz doch ganz anders ist als Amateurboxen. Von Druso kassierte der Kubaner nämlich gleich einen Kopfstoß. Die Wunde musste nach dem Kampf genäht werden. Hernandez‘ Antwort auf diese böse Attacke: Krachende Kopf- und Körperhaken – 20 Sekunden nach dem Kopfstoß war alles geklärt, "Stoßer" Druso umgekippt.
Seinen letzten Kampf gewann der Kubaner im November in Hamburg gegen den starken Franzosen Mounir Chibi souverän nach Punkten.
In Leipzig wird Hernandez zum ersten Mal in einem Fight über 6 Runden antreten – der starke Lette Aleks Kosobokovs wird ein echter Prüfstein für den jungen Profi aus der Karibik.
Von der warmen Tabak- und Zuckerrohrinsel ins kühle Deutschland - trotz des Heimwehs bereut Pablo den Schritt nicht. "Ich habe mir schon viele Orte auf der Welt angesehen – als Nationalstaffelmitglied bin ich viel herumgekommen.
Aber kein Land gefiel mir so gut wie Deutschland."
jat / mal