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Sonntag, 2009-09-20

Sylvester-Party!

Sebastian Sylvester ist neuer IBF-Weltmeister (Fotos: Winfried Mausolf)

Riesenstimmung in Neubrandenburg - Sebastian Sylvester neuer IBF-Weltmeister

Sebastian Sylvester hat es geschafft! Mit einer echten Energieleistung sicherte sich der Greifswalder am Samstagabend den zuvor vakanten IBF-Titel im Mittelgewicht. Im mit 5.000 Zuschauern restlos ausverkauften Jahnsportforum in Neubrandenburg setzte sich der 29-Jährige mit einem Punktsieg gegen den IBF-Weltranglistenersten Giovanni Lorenzo aus der Dominikanischen Republik durch.

 

Von der ersten Sekunde an zeigten beide Kontrahenten ein hohes Tempo. Dabei erwischte Lorenzo, der seinen Gegner mit der Führhand attackierte, den besseren Start. Der Schützling von Trainer Rafael Farrait deutete mehrfach seine Schlaghärte an. Harte Treffer gelangen ihm aber nicht, da sein Konkurrent in der Deckung sehr geschlossen und sicher agierte. Sylvester, der sich bereits im ersten Durchgang eine Platzwunde auf dem Kopf zuzog, versuchte, mit Körpertreffern zu punkten. 

"Die ersten zwei, drei Runden habe ich vielleicht ein bisschen verschlafen. Die Verletzung entstand durch einen Kopfstoß. Davon gab es im Kampf einige. Doch ich habe mich davon nicht aus der Ruhe bringen lassen und kam ab Ende der dritten Runde immer besser in Fahrt", kommentierte der "Hurrikan" die Anfangsphase. Mit seiner Einschätzung lag der Schützling von Trainer Karsten Röwer goldrichtig, denn spätestens ab dem vierten Durchgang drehte er mit der lautstarken Unterstützung des Publikums im Rücken kräftig auf.

 

Die Führhände des Greifswalders wurden härter und trafen öfter. Dazu sorgte er mit der Rechten zum Körper für Gefahr. Zwar fand die Schlaghand noch nicht immer das gewünschte Ziel, doch die höhere Frequenz des Lokalmatadors aus Mecklenburg-Vorpommern bereitete Lorenzo durchaus Probleme. Der 28-jährige Fighter, der in New York lebt, war in dieser Phase nicht mehr in der Lage, seinen Widersacher gefährlich zu stellen. Im Gegenteil: Sylvester wurde immer sicherer und verbuchte die deutlich besseren Aktionen für sich.

Anfang des achten Durchgangs versuchte Lorenzo, den Röwer-Schützling mit wütenden Angriffen zum Körper zu überraschen. Doch Sylvester bot seinem Gegner keine Lücken, so dass auch diese Bemühungen verpufften. Der "Hurrikan" hielt allerdings kräftig dagegen und traf dafür mit der rechten Geraden - spätestens jetzt war das Publikum endgültig in Partylaune und stimmte bereits die "Siegesfeier" ein. "Einer geht noch, einer geht noch rein..." hallte es von den Rängen. Und der Greifswalder brachte immer häufiger klare Hände ins Ziel.

 

Auch in der Schlussphase zeigte sich Sebastian Sylvester hellwach und konditionell voll auf der Höhe. "Ab der neunten Runde wusste ich, dass ich gewinne. Mir war klar, wenn ich jetzt keinen unnötigen, harten Treffer mehr kassiere, dann werde ich Weltmeister." Das merkte auch das Publikum. Schon vor dem Beginn der letzten Runde ertönte aus den Kehlen der Boxfans in Neubrandenburg das legendäre und imposante "Oh, wie ist das schön", dass der Deutsche schon von seinen ersten beiden Fights im Jahnsportforum kannte.

Doch Lorenzo wollte sich noch nicht geschlagen geben. In den letzten drei Minuten versuchte er mit aller Macht, das Blatt zu wenden. Doch der "Lucky Punch" blieb aus, so dass Sebastian Sylvester am Ende mit 116:112, 115:113 und 111:116 vorne lag. "Die eine Wertung gegen mich kann ich nicht nachvollziehen. Aber ehrlich gesagt, es ist mir egal, ob ich mit 2:1 oder 3:0 vorne gelegen habe. Die Bayern haben gegen Nürnberg auch nur mit 2:1 gewonnen", scherzte er auf der Pressekonferenz nach dem Kampf. "Die Hauptsache ist, dass ich jetzt IBF-Weltmeister bin."