Andre Ward
Bei den Olympischen Spielen von Athen im Jahr 2004 holte Andre Ward im Halbschwergewicht die Goldmedaille. Jetzt greift der Amerikaner auch bei den Profis nach den ganz großen Titeln. Der 26-Jährige freut sich auf seinen Einsatz beim "Super Six World Boxing Classic"-Turnier. Denn auch dort will er für Furore sorgen. Der in San Francisco geborene Kämpfer, der in Oakland im US-Bundesstaat Kalifornien lebt, glaubt, dass er das Potential hat, das Tournament zu gewinnen. Denn seit 1996 kassierte Ward, der zwei Jahre zuvor mit dem Boxen begonnen hatte, keine Niederlage mehr - weder als Amateur noch als Profi.
Inzwischen schob sich der Schützling von Trainer Virgil Hunter in die Top-10 aller führenden Boxweltverbände vor. In der WBC-Weltrangliste im Super-Mittelgewicht belegt er sogar Platz eins und hat das Ziel, in die Fußstapfen anderer früherer Olympiasieger aus den USA wie Muhammad Ali, Joe Frazier, George Foreman, Sugar Ray Leonard oder Oscar de la Hoya zu treten, die es bei den Berufsboxern allesamt zu erfolgreichen Karrieren und WM-Titeln brachten. "Schon seit ich in diesem Sport bin, wollte ich so gut sein, wie es geht. Wenn ich alles richtig mache, wird alles gut für mich laufen", ist er überzeugt.
Sein Profidebüt bestritt Andre Ward am 18. Dezember 2004. Damals bezwang er im Staples Center in Los Angeles seinen amerikanischen Landsmann Chris Molina durch technischen K.o. in der zweiten Runde. Doch inzwischen zieren bereits 19 Siege aus 19 Fights die Bilanz des Super-Mittelgewichtlers. Schon zwölfmal gewann er dabei vorzeitig. Ward ist ein sehr gläubiger Mensch. Deshalb nennt er sich auch S.O.G. (Son Of God). „Ich weiß, woher meine Kraft und meine Fähigkeiten kommen", so der Amerikaner, der den Weg in den Boxsport über seinen Vater Frank, früher selbst ein großartiger Boxer, fand.
Frank Ward war es auch, der großen Einfluss auf die Entwicklung seines Sohnes hatte, ehe dieser von Coach Virgil Hunter unter seine Fittiche genommen wurde. Immer wieder erzählte ihm der frühere Boxer Geschichten aus seiner eigenen Karriere - wie er trainiert wurde und über seine Kämpfe. So war es nicht weiter verwunderlich, dass sich Andre Ward eine Menge bei ihm abschaute, vor allem bei der Einstellung zum Training. „Mein Vater hatte ein großes Herz und Anstand, ich habe viel von ihm gelernt", sagt er heute. Im Jahr 2002 verstarb Ward Senior. Sein Sohn Andre widmet ihm noch heute all seine Siege - so auch den spektakulären Triumph über WBA-Weltmeister Mikkel Kessler in der ersten Runde.
(Fotos: Howard Schatz)









