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02.05.2016
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Gevor boxt Medina

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Boxer
Arthur Abraham - Quickjump
Overview Arthur Abraham Boxer

General Information

Geburtsdatum:

20. Februar 1980

Gewichtsklasse:

Super-Mittelgewicht

Nationalität:

Deutschland

Alias:

King Arthur

Größe:

1,75 m

Auslage:

Normalausleger

Wohnort:

Berlin

Geburtsort:

Eriwan

Ausbildung:

Studium

Hobbys:

Natur, Jetski fahren, Lesen

Profidebüt:

16. August 2003

Trainer:

Ulli Wegner

Profirekord

48 Kämpfe: 44 (KO 29) Siege, 0 Unentschieden, 4 Niederlagen

Größter Erfolg als Profi: Gewinn der IBF-Weltmeisterschaft im Mittelgewicht, Gewinn der WBO-Weltmeisterschaft im Super-Mittelgewicht

Größter Erfolg als Profi: von Dezember 2005 bis Juli 2009 IBF-Weltmeister im Mittelgewicht

Amateurrekord

90 Kämpfe: 81 Siege, 6 Unentschieden, 3 Niederlagen

Größter Erfolg als Amateur:Internationaler Deutscher Meister 1997

Mit seinem spektakulären Kampfstil hat der 30-Jährige die Herzen der Fans im Sturm erobert - und das nicht nur in Deutschland. Spätestens seit seinem K.o.-Sieg über Erzfeind Edison Miranda, den er im Juni 2008 in Hollywood, Florida in der vierten Runde gleich dreimal zu Boden schickte, ist Abraham auch in Amerika berühmt. „Ich will die ganz großen Kämpfe machen", so der Champion. „Und dazu muss man die Zuschauer in den USA für sich gewinnen."

Schon jetzt gilt Abraham als einer der stärksten Boxer der Welt. Bei den gewichtsklassenübergreifenden Ratings („pound-for-pound) des hoch angesehenen US Fernsehsenders ESPN war er 2009 als einziger Deutscher - und als einziger Vertreter eines deutschen Boxstalls - in den Top 20. Von Felix Sturm oder den Klitschkos fehlte jede Spur. Keine Frage, die Schlagkraft des gebürtigen Armeniers hat Eindruck hinterlassen. Besonders der Sieg in der „Schlacht von Wetzlar" sticht heraus. Obwohl er acht Runden mit doppelt gebrochenem Kiefer durchstehen musste, besiegte er Edison Miranda im September 2006 klar nach Punkten. „Ein Mann muss auch Schmerzen ertragen können", sagte Abraham damals. „Ich habe lieber Schmerzen und den WM-Gürtel als nur die Schmerzen." Zwei Titanplatten und 22 Schrauben halten seither seinen Kiefer zusammen, was oftmals ungläubige Blicke des Flughafensicherheitspersonals nach sich zieht. „Wenn ich irgendwo hinfliege, habe ich sicherheitshalber immer eine Röntgenaufnahme dabei", lacht der Champion. Zehnmal verteidigte er seinen Titel im Mittelgewicht, bevor es als ungeschlagener Champion ins Super-Mittelgewicht wechselte. Dort maß er sich von 2009 bis 2011 im Rahmen des Super-Six-Turniers mit den besten Boxern der Welt, schied allerdings im Halbfinale aus. „Es lief nicht alles optimal für mich, doch ich scheue mich vor keiner Herausforderung."

Das bestätigte Abraham eindrucksvoll am 25. August 2012. An diesem Tag sicherte er sich in einem hart umkämpften Fight die WBO-Weltmeisterschaft im Super-Mittelgewicht gegen Robert Stieglitz. Der Punktsieg gegen seinen Landsmann ist gleichbedeutend mit dem Titelgewinn in einer zweiten Gewichtsklasse. Das hatte vor ihm noch kein Schützling von Trainer-Legende Ulli Wegner vollbracht.

Doch der Reihe nach: Seit Juli 2003 ist er bei Sauerland Event unter Vertrag. Nur wenig später, am 16. August, gab er im Boxzelt auf dem Nürburgring in einem Vier-Runden-Kampf gegen Frank Kary aus Neuwied sein erfolgreiches Profidebüt. „Im Februar 2003 hat sich Abraham bei mir vorgestellt und mich gebeten, ihn in das Box-Team aufzunehmen", erzählt Cheftrainer Ulli Wegner, "ich habe ihn dann als Sparringpartner von Sven Ottke verpflichtet." Abraham war zunächst Trainingspartner des damaligen Weltmeisters, als sich dieser auf seinen WM-Kampf gegen Byron Mitchell vorbereitete. "Der Junge hat sich gut angestellt und enorm im Training angestrengt", sagt Wegner, "mir war bald klar, dass Abraham gut zu uns passen würde." Abraham, der am 20. Februar 1980 zur Welt kam, hat als Amateur 90 Kämpfe bestritten, von denen er 81 gewann. Sechsmal boxte er unentschieden und musste lediglich drei Niederlagen einstecken. Sein größter Erfolg als Amateur war der Titel Internationaler Deutscher Meister im Jahr 1997. "Arthur ist ein sehr robuster und schlagstarker Mann", sagt Wegner, "er bringt eine gute Athletik mit und hat eine angeborene Raffinesse. Ihm liegt die Boxwelt zu Füßen, doch er muss weiter hart an sich arbeiten." Der Mittelgewichtler, der gemeinsam mit seinen Eltern und seinem jüngeren Bruder Alexander 1995 nach Deutschland kam, lebt heute in Berlin.

Am 10. Dezember 2005 bekam Abraham die Chance, auf die er zehn Jahre lang hingearbeitet hatte - in Leipzig kämpfte er um den Weltmeistertitel der IBF. Gegen Kingsley Ikeke gelang ihm ein überragender K.o.-Sieg in der fünften Runde. Zehn spannende Titelverteidigungen - und zwei grandiose Triumphe über Edison Miranda - verhalfen ihm zu so viel Berühmtheit und Anerkennung, dass SHOWTIME ihn unbedingt im Turnier der besten Super-Mittelgewichtler der Welt dabeihaben wollte. "Das war eine große Ehre für mich. Ich habe keine Sekunde gezögert, meinen Titel sofort niedergelegt und mich auf eine neue Herausforderung gefreut." Zu Beginn der "Champions League des Boxens" landete King Arthur einen viel beachteten K.o.-Sieg über die amerikanische Ringlegende Jermain Taylor. Vor ausverkauftem Haus in der o2 World in Berlin streckte er seinen Kontrahenten in der letzten Runde nieder, was ihm drei Punkte und die zwischenzeitliche Turnierführung einbrachte. Es folgte eine umstrittene Disqualifikationsniederlage gegen Andre Dirrell in Detroit, ehe Carl Froch in Helsinki Abraham im Kampf um die vakante WBC-Weltmeisterschaft bezwang. Dank des Bonuspunktes vom Taylor-K.o. stand Abraham aber dennoch im Super-Six-Halbfinale, wo er auf WBA-Champion Andre Ward traf, jedoch nach Punkten unterlag.

Anfang 2012 startete Abraham einen neuen Anlauf in Richtung Weltmeisterschaft im Super-Mittelgewicht, um sich den Traum in zwei Gewichtsklassen Weltmeister zu werden zu erfüllen. Mit Siegen über Pablo Oscar Natalio Farias im Januar sowie Piotr Wilczewski Ende März stieg er im Weltverband WBO auf Position eins der Weltrangliste. Somit wurde der Berliner zum Pflichtherausforderer für den damaligen Champion der WBO, Robert Stieglitz aus Magdeburg, ernannt. Das Ziel definierte Arthur Abraham klar: "Ich werde alles dafür tun, um Stieglitz den WM-Titel zu entreißen, um meinen Traum zu verwirklichen!" Und das tat er dann auch und bestieg nach einem furiosen Gefecht am 25. August in der Berliner o2 World erneut den WM-Thron. Einer erfolgreichen Titelverteidigung wenige Monate später gegen Mehdi Bouadla folgte im März 2013 das Rematch gegen Stieglitz, in dem Abraham verletzungsbedingt aufgab und den WM-Titel wieder abgeben musste. Danach kämpfte sich der Berliner erneut in der Weltrangliste nach vorn und konnte Stieglitz seinerseits den WM-Gürtel im März 2014 wieder abnehmen. Es folgten Siege über Nikola Sjekloca und Paul Smith. Mit dem Engländer bekam es Abraham gar ein zweites Mal zu tun, da das erste Aufeinandertreffen von den britischen Medien als knapper beurteilt wurde, als es das Ergebnis der Punktrichter wiederspiegelte. Auch das Rematch gewann "King Arthur" klar nach Punkten.

Im Juli 2015 kam es  für Abraham schließlich zum "Final Showdown" mit seinem ewigen Rivalen Robert Stieglitz. Mit einem klaren Erfolg durch technischen K.o. in der sechsten Runde klärte der Schützling von Ulli Wegner ein für alle Mal die Verhältnisse mit seinem Kontrahenten aus Magdeburg und strebt nun nach Großen. "Das Super-Six-Turnier kam vielleicht einen Tick zu früh für mich. Nun bin ich definitiv im Super-Mittelgewicht angekommen", so Abraham rückblickend, "ich liebe Herausforderungen und will mich mit den Besten messen." "King Arthur" verspricht: "Unser großes Ziel sind Titelvereinigungen. Ich will zusammen mit Herrn Wegner als Nummer eins in meiner Gewichtsklasse abtreten!"

Gegen einen der Besten im Super-Mittelgewicht trat "King Arthur" dann im November an. Der Engländer Martin Murray lieferte Abraham ein erbittertes Gefecht auf Biegen und Brechen. Nach zwölf Runden entschied der Titelverteidiger den Kampf durch ein geteiltes Punkturteil knapp für sich. Als nächstes ruft nun wieder einmal die Pflicht! Wahrscheinlich im April steigt Abraham dann gegen seinen Pflichtherausforderer, den ungeschlagenen Mexikaner Gilberto Ramirez, in den Ring. Gelingt dem Schützling von Ulli Wegner auch gegen ihn ein Sieg, soll endlich eine Titelvereinigung her!