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10.12.2016
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Boxregeln

Runden:

Ein WM-Kampf wird in der Regel auf zwölf Runden à drei Minuten angesetzt. Geht ein Kampf über die volle Distanz muss ein Profi also dreimal solange sein "Handwerk" verrichten wie ein Amateur. Die Pause zwischen den Runden beträgt eine Minute.

 

Ring:

Jeder Boxkampf muss in einem genau reglementierten Ring stattfinden. Dessen Seitenlängen müssen mindestens 5,486 Meter (18 Fuß) und höchstens 7,315 Meter (24 Fuß) im Quadrat messen. Der Ringboden ist mit einem etwa 2,5 Zentimeter (1 Inch) dicken weichen Auflage aus Schaumstoff zu bedecken. Alternativ zu dem weichen Schaumstoffmaterial darf der Boden auch aus einem anderen elastischen Material sein. Unter der elastischen Plane befindet sich ein ebenfalls etwa 2,5 Zentimeter starker Holzboden. Zur Ringbegrenzung sind vier 2,5 Zentimeter dicke Seile festgeschrieben, die an den Eckpfosten befestigt sind und mit einem weichen Material umwickelt sein müssen. Die Abstände der Seile zum Boden betragen etwa 46, 76, 107 und 137 Zentimeter.

 

Ausrüstung:

Verglichen mit den Amateuren steigen die Profis eher "leicht bekleidet" in den Ring. Der bei den Amateuren vorgeschriebene Kopfschutz ist im Profilager gleichsam verboten, wie das Tragen eines Trikots. Zwingend vorgeschrieben sind dagegen Mundschutz, Tiefschutz, kurze Hose, leichte Sportschuhe, Handschuhe und Bandagen. Die Handschuhe müssen vom Minifliegen- bis einschließlich zum Weltergewicht auf acht Unzen (227 Gramm) geeicht sein. Darüber hinaus (Halbmittel- bis Schwergewicht) sind zehn Unzen (284 Gramm) vorgeschrieben. Sofern nicht anderweitig vertraglich festgelegt, bestimmt der Promoter die zu benutzenden Handschuhe. Ebenfalls reglementiert ist das korrekte Anlegen der schützenden Bandagen. Diese dürfen bis einschließlich zum Mittelgewicht zehn Yards (9,144 Meter) lang und zwei Inches (5 Zentimeter) breit und müssen aus einem weichen Material (Krepp- oder Gazetape) gefertigt sein. Zur Befestigen ist ein sechs Fuß (1,829 Meter) langer und ein Inch (2,5 Zentimeter) breiter Tapestreifen erlaubt, der allerdings nicht die Handknöchel bedecken darf. In den höheren Gewichtsklassen darf das Bandageband bis zu zwölf Yards lang sein, der unterstützende Tapestreifen darf acht Fuß messen.

 

Entscheidung:

Ein Profiboxkampf kann per Punktsieg, per Niederschlag (K.o.), durch technischen K.o. (T.K.o.) oder durch Aufgabe des Gegners gewonnen werden. Des Weiteren sind Unentschieden und technisches Unentschieden als Entscheidungen möglich.

 

Punktwertung:

Ein Kampf wird von drei Punktrichtern bewertet, die vom jeweiligen Weltverband benannt werden. Er wird nach Ablauf einer Runde nach dem "ten-point-must-system" bewertet, dabei wird jede Runde unabhängig voneinander durch die Punktrichter bewertet. Zehn Punkte bekommt der Sieger einer Runde zugesprochen, der Verlierer in der Regel neun. Für Fouls, erlittene Niederschläge oder deutliche Unterlegenheit kann dem Verlierer ein weiterer Punkt abgezogen werden, so dass auch Rundenwertungen von 10:8 möglich sind. Am Ende des Kampfes werden die Punkte zusammengezählt und jedem Punktrichter kommt eine Richterstimme zu. Folglich kann ein Kampf mit 3:0 oder 2:1 Richterstimmen entschieden werden. Ebenso ist ein unentschiedene Wertung möglich, wenn alle drei Punktrichter ein Unentschieden ermittelt haben (zum Beispiel 114:114) oder je ein Punkrichter für Kämpfer A, für Kämpfer B und für Unentschieden stimmt. Im Falle eines WM-Kampfes behält der Titelverteidiger bei einem Unentschieden seinen Weltmeistertitel.

 

Niederschlag:

"Zu Boden" geht ein Boxer dann, wenn er als Resultat eines korrekten Schlages mit einem anderen Körperteil als den Füßen den Ringboden berührt oder hilflos in den Seilen hängt. Entscheidet der Ringrichter (nur er darf das), dass dies der Fall ist, beginnt er den Boxer laut und deutlich anzuzählen. Dabei beginnt er bei "1". Schafft es der Niedergeschlagene nicht, sich bis "10" wieder kampffähig zu präsentieren ist der Kampf zu Ende und der Kontrahent gewinnt "durch K.o.". Schafft es der Boxer innerhalb der zehn Sekunden wieder auf die Beine zu kommen und wird vom Ringrichter als kampffähig eingestuft, wird der Kampf fortgesetzt. Bei WBA-Kämpfen muss der Ringrichter in diesem Fall zumindest bis "8" durchzählen, bei Kämpfen der anderen Weltverbände wird direkt weitergeboxt, Anzählen im Stehen ist also bei WBC, IBF und WBO nicht gestattet. Unterschiedlich handhaben die Verbände auch den Umgang mit der "Drei-Niederschläge-Regel" (dreimaliger Niederschlag in einer Runde). Während bei der WBC der Referee in einem solchen Fall abbrechen und einen Technical-K.o. (T.K.o.) verkünden muss, wird bei den anderen Verbänden weitergeboxt - sofern der Niedergeschlagene sich immer wieder kampffähig zeigt. Wird ein Boxer durch einen legalen Treffer aus dem Ring befördert, hat er 20 Sekunden Zeit, diesen wieder zu betreten. Schafft er dies nicht, wird sein Gegner zum Sieger erklärt. Der niedergeschlagene Boxer kann nicht vom Gong gerettet werden. Das heißt: Ertönt der Gong während des Anzählens oder während des Schlages, wird der Boxer dennoch weiter angezählt und gegebenenfalls als Verlierer durch K.o. deklariert. Die Ausnahme hier bildet die WBC. Bei deren Kämpfen rettet der Gong in der letzten Runde (aber auch nur da) den Getroffenen.

 

Fouls:

Ein Foul zieht immer eine Verwarnung durch den Ringrichter nach sich. Zudem wird der Boxer mit Abzug mindestens eines Punktes (zum Beispiel 10:8- statt 10.9-Wertung) bestraft (bei der WBC erst nach der zweiten Verwarnung). Zieht ein absichtliches Foul die Kampfunfähigkeit des Gegners nach, führt dies zur Disqualifikation des Foulenden. Kann der Gefoulte zunächst weitermachen und muss durch eine sich verschlimmernde Verletzung aufgeben, wird der Kampf entweder ausgepunktet (WBC) oder je nach Stand des Kampfes für den gefoulten Boxer gewertet: Unentschieden, wenn der Gefoulte nach Punkten zurückliegt oder es unentschieden steht; Sieg, wenn er führt. Verletzt sich ein Boxer bei einem Foul selber, wird die Verletzung so gewertet, als sei sie durch einen korrekten Treffer des Gegners entstanden.

Muss ein Kampf durch ein unabsichtliches Foul vor der vierten Runde abgebrochen werden, wird er als technisches Unentscheiden ("Technical Draw") gewertet. Erfolgt das unabsichtliche Foul nach der vierten Runde, wird der Kampf ausgepunktet und entsprechend entschieden. Nach sogenannten "Body Fouls", wie zum Beispiel einem Tiefschlag, erhält der Boxer eine Erholungszeit von bis zu fünf Minuten. Bestätigt der Ringarzt, dass der Boxer dennoch nicht weitermachen kann, wird sein Gegner disqualifiziert. Kann er nach Annahme des Arztes weitermachen, weigert sich aber, bekommt der Gefoulte selbst die Disqualifikation ausgesprochen. Der Kampf darf grundsätzlich aber nur vom Ringrichter persönlich, nicht vom Arzt, abgebrochen werden. Als Fouls gelten:

1. Tiefschläge unterhalb der Gürtellinie. 2. Schlaghandlungen mit den Ellenbogen, Schultern und Unterarmen. 3. Kopfstöße. 4. Schläge auf den Hinterkopf ("Rabbit Punch"). 5. Nierenschläge. 6. Schläge mit der Innenhand. 7. Schläge mit der Handoberfläche. 8. Angriffe mit Knien, Füßen oder anderen Teilen der Beine. 9. Festhalten der Seile, um mit der anderen Hand zuzuschlagen. 10. Schlagen des Gegners, wenn sich dieser außerhalb des Ringes befindet. 11. Schlagen des Gegners, wenn sich dieser am Boden befindet bzw. dabei ist, wieder aufzustehen. 12. Verlassen der neutralen Ecke und Angreifen des Gegners, bevor der Ringrichter den Kampf freigegeben hat. 13. Halten (Klammern) des Gegners. 14. Angriffshandlungen nach dem Kommando "break" oder "stop". 15. Auf den am Boden liegenden Gegner zu treten. 16. Festhalten des Kopfes des Gegners mit einer Hand, um ihn mit der anderen Hand zu attackieren. 17. Attackieren des Gesichtes des Gegners mit der offenen Hand. 18. Greifen (mit dem Daumen) in die Augen des Gegners. 19. Angreifen nach Ertönung der Glocke.

20. Zusammenkauern des Körpers unterhalb der Gürtellinie des Gegners um diesen zu attackieren oder um auszuweichen. 21. Beißen oder Bespucken des Gegners. 22. Beleidigen des Gegners; Fäkalsprache. 23. Missachtung der Kommandos des Ringrichters. 24. Schnelles Weggehen oder Wegrennen vor dem Gegner. 25. Jegliche unsaubere Kampfhandlung, die nicht einem regelkonformen Schlag entspricht.

 

Sonderregeln Cut / Kopfstösse:

Hat ein Boxer eine offene Wunde ("Cut") erlitten, muss in der Ringecke versucht werden, die Wunde zu schließen und die Blutung zu stillen. In Absprache mit dem Ringarzt entscheidet der Ringrichter, ob der Kampf fortgesetzt werden kann. Cuts passieren in der Regel aufgrund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Kopfstößen. - Muss der Kampf wegen eines absichtlichen Kopfstoßes abgebrochen werden, wird der Verursacher disqualifiziert. - Kann der Kampf nach einem absichtlichen Kopfstoß fortgesetzt werden, werden dem Verursacher zwei Punkte abgezogen. - Bei einem unabsichtlichen Kopfstoß wird dem Verursacher dennoch ein Punkt abgezogen. Bei der WBA gilt folgende Regel: unabsichtlicher Kopfstoß mit Cut als Folge ergibt zwei Punkte Abzug, unabsichtlicher Kopfstoß ohne Cut als Folge wird mit einem Punkt Abzug bestraft. - Muss der Kampf nach einem unabsichtlichen Kopfstoß abgebrochen werden gilt erneut die "Vier-Runden-Regel" (s.o.).

 

Sonstiges:

Vor dem Kampf werden die Boxer gewogen und müssen sich einer ärztlichen Untersuchung unterziehen. - Nach dem Kampf werden Doping-Tests durchgeführt. - Verliert ein Boxer seinen Mundschutz, wird der Ringrichter den Kampf in der nächsten ruhigen Phase unterbrechen, um ihn wieder einzusetzen.