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Boxhistorie (int.)

Boxhistorie

Geschichte des Boxens - allgemeiner historischer Rückblick  

Das gegenseitige Kräftemessen mit Fäusten ist wahrscheinlich so alt wie die Menschheit selbst. Die ersten Aufzeichnungen sind etwa 7.000 Jahre alt. Man fand sie in einem sumerischen Tempel. Auch in der Geschichte Ägyptens findet der Faustkampf bereits vor 5.000 Jahren seinen Platz, doch der Boxstil unterschied sich beträchtlich von dem heutigen. So durfte nach den Regeln der Ägypter nur der Kopf getroffen werden und dieser wurde mit einer Hand geschützt. Die andere diente zum Schlagen.

Die Fläche des Ringes, in dem sich die Kämpfer bewegen mussten, war deutlich kleiner. Der Kampf diente nicht nur der sportlichen Herausforderung, sondern wurde auch als Auswahlkriterium für ein Amt verwendet. Zum Schutz der Kämpfer wurden Lederriemen um die Hände und Unterarme gewickelt.

In der "Ilias", die Homer im achten Jahrhundert v.Chr. verfasste, ist folgendes Zitat zu finden: "Beide Männer, in Riemen, schritten zum Ring und stürzten Fuß bei Fuß aufeinander los, schwere Schläge austeilend. Mächtige Fäuste wirbelten ineinander, während sie sich unter dem grimmigen Klang mahlender Kiefer dicht bedrängten. Dann sprang Epeios hervor mit einem weiten linken Haken und zerschlug des anderen Wange, wie dieser aus geschwollenen Augen spähte. Er vermochte seine Füße nicht länger bei sich zu halten, sondern die Beine gaben nach und nieder sank er."

Bei den Griechen wurde das Boxen bereits bei den 23. Antiken Olympischen Spielen als Disziplin aufgenommen. Die Kämpfe wurden bis zu einer Entscheidung geführt, aber nicht bis zum Tode der Athleten. Während ihrer Karriere absolvierten die Boxer über 1.000 Kämpfe. Im vierten. Jahrhundert wurden die guten Kämpfer von reichen Griechen unterstützt und erhielten auch schon Preisgelder. Bei den Römern kämpften die Gladiatoren mit Handschuhen, an denen Metalldornen angebracht waren (lateinisch: Caestus), um Leben und Tod.

Die modernen Regeln und Techniken entwickelten sich erst im 18. Jahrhundert in England. Als "Vater des Boxens" wird der Engländer James Figg bezeichnet, der 1719 den ersten britischen Meistertitel gewann und ihn bis 1734 mehrmals erfolgreich verteidigte. Der Brite, der an der Oxford Road eine Schaubude besaß, gründete auch 1720 die erste Boxschule in England. Nächster Pionier war Jack Broughten, der einen Schüler von Friggs besiegen konnte. Dieser entwickelte bereits spezielle Abwehrtechniken und erstellte auch 1743 das erste Regelwerk, das bis 1838 Bestand hatte. Broughten gilt auch als Erfinder der Boxhandschuhe, die er allerdings nur zum Training verwendete.

Als Wettkampfkleidung führte 1867 der Marquess von Queensberry die Boxhandschuhe in seinen "Regeln für das Boxen mit Handschuhen" ein. Um die Sicherheit der Athleten zu gewährleisten wurden entsprechend die Regeln immer mehr verbessert. 1904 in St. Louis traten die Boxer erstmals bei den Olympischen Spielen der Neuzeit an.

Durch die Einführung neuer Medien wurde der Boxsport einem breiten Publikum zugänglich gemacht. Millionen Menschen saßen gespannt vor dem Radio und hörten wie Max Schmeling gegen Joe Louis boxte. Für den "Thrilla in Manila", in dem Muhammad Ali Joe Frazier besiegte, standen 1975 Millionen Zuschauer sogar nachts auf und fieberten vor dem Fernseher mit. Seit Mitte der neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts sind im Internet etliche Informationen über den Boxsport aus der ganzen Welt rund um die Uhr und an jedem Ort erhältlich. Was auch die Neuerungen der Informationstechnologie uns noch so bringen werden, eins steht fest: Egal wie viel Millionen Zuschauer einem Boxkampf beiwohnen, die Sportler selbst sind im Boxring auch in Zukunft immer allein auf ihre eigenen Fähigkeiten verlassen. 

Die "Broughton Rules" - die ersten Boxsport-Regeln

Die Regeln, erstellt von Jack Broughton im Jahre1743 sind als das erste, offiziell anerkannte Regelwerk der Neuzeit zu betrachten. Diese Regeln galten bis zur Erstellung der "The London Prize Ring Rules" im Jahre 1838.

Bei allen Kämpfen auf der Bühne zu beachten: 

  1. Ein Quadrat von einem Yard soll in der Mitte der Bühne angezeichnet werden und bei jeder neuen Aufstellung nach einem Niederschlag, oder wenn man am Geländer getrennt wurde, hat jeder Sekundant seinen Mann an die Seite des Quadrats zu bringen und ihn dem anderen gegenüber zu stellen. Bis sie nicht genau Fuss-bei-Fuss stehen, ist es nicht erlaubt, einander zu schlagen.
  2. Um jeden Disput zu vermeiden wird ein Mann, der nicht innerhalb einer halben Minute nach dem Niederschlag von seinem Sekundanten wieder in das Quadrat gebracht werden kann zum geschlagenen Mann erklärt.
  3. In jedem wichtigen Kampf dürfen absolut keine weiteren Personen als die beiden Duellanten und ihre Sekundanten auf der Bühne sein. Das gleiche gilt in Vorkämpfen mit der Ausnahme von Mr. Broughten, der im weiteren Verlaufe auf der Bühne sein darf, um den Anstand zu wahren und den Herren auf ihre Plätze zu helfen. Wer immer gegen diese Regeln zu verstoßen beabsichtigt, ist unverzüglich aus dem Hause zu befördern. Jeder hat die Bühne zu räumen, sobald die Champions entkleidet sind, also noch vor dem Fuss-an-Fuss.
  4. Kein Champion ist als geschlagen zu erachten, bevor er es versäumt, in der begrenzten Zeit an die Linie zu kommen, oder er von seinem eigenen Sekundanten als geschlagen erklärt wird. Kein Sekundant darf dem Gegenüber seines Mannes Fragen stellen, oder ihm raten aufzugeben.
  5. In den Vorkämpfen stehen dem siegreichen Mann zwei Drittel des Geldes zu, welches öffentlich auf der Bühne ausgeteilt werden soll, ungeachtet jeder privat getroffenen Vereinbarung.
  6. Zur Vermeidung von Disputen bei Hauptkämpfen sollen die Akteure, wenn sie auf die Bühne kommen, sich unter den anwesenden Herrschaften zwei Unparteiische auswählen, die uneingeschränkt bei allen Disputen im Kampf entscheiden. Falls die beiden Schiedsrichter sich nicht einigen können, haben die Unparteiischen einen Dritten zu wählen, der die Entscheidung fällt.
  7. Niemand darf seinen Gegenüber schlagen, während dieser am Boden ist, oder ihn bei den Schenkeln, an der Hose oder sonst einem Teil unterhalb der Taille packen. Ein Mann, der kniet ist als zu Boden zu betrachten.

Wie eingewilligt von verschiedenen Gentlemen an Broughtons Amphitheater, Tottenham Court Road, 16. August 1743 (Originalübersetzung).